22-02-12-CoTaBu-Beim Araber, im Atelier – Telefonate + kreativ Lesen

So früh wach, obwohl Samstag. Auf mir lastet das Wochenende – zuviel vorgenommen. Heute muss ich ins Hospiz, weil ich das jemandem versprochen habe, deren Mann vor einem Jahr gestorben ist. Es sind leicht freundschaftliche Bande gewachsen, aber ich spüre, wiesehr ich einen freien Tag bräuchte, zumal ich morgen Vormittag und Abend verplant bin. Kapelle, räuchern, etwas lesen, sprechen; Kaffee trinken gehen. Gestern Frühstück beim Araber: Fleischspießchen, Salat, sowas wie Zsaziki, Fladenbrot, dazu leicht angegorener Ayran und Schwarztee. Jakob durfte dort einmal essen, als er ohne Geld kam, zahlen mit Karte nicht möglich und der Geldautomat kaputt war. Deshalb geht er jetzt öfter hin. Es scheint eine Absteige, hat aber einen ersten Stock mit idyllischen Blick auf die Haltestelle HBF Nord. Die Männer sind sehr nett und gastfreundlich. Danach hat mich Jakob durchs Ateliergelände geführt. Mit ihm war es gestern wunderschön; gute Gespräche. Wenn ich ihn sehe ist mein Gefühl untermalt von Ransmayrs Fliegendem Berg; dieser Brudergeschichte zwischen Horse Island und Osttibet, bei der der eine den anderen dem Tod entreißt und dann selber von einer Lawine begraben wird. – Nachmittags habe ich mich mit den Folgen des Frühstücks auseinandersetzen müssen. Zudem stundenlang telefoniert mit zweien von euch. Vorfreuden spielen jetzt überall hinein! – Abends ein zusätzliches Angebot für Aetas erarbeitet. Ab Herbst entfällt meine Lesegruppe im Hospiz, also versuche ich das dort unterzubringen; zunächst zweimal im Jahr á zwei Stunden. Das Programm sei schon voll – also wird es noch der Chefetage vorgelegt. Für so ein Institut ist es vielleicht etwas hochgegriffen, aber wer liest sonst mit mir? Natürlich lässt sich damit nichts verdienen; einen symbolischen Betrag verlange ich aber für Vorbereitung und Material. Die Überschrift  LAUTET (schönes Wort!): Wo du erzählst, wird Himmel…“ (Else Lasker-Schüler) – Gemeinsam heilsam kreativ Lyrik lesen.

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3 Antworten

  1. Beate sagt:

    Diese Überschrift klingt sehr schön und vielversprechend. Was Du mir mal von Aetas erzählt hast (allen Religionen und auch Atheisten gegenüber offen), kann ich mir vorstellen, dass das gemeinsame Lesen ein unverfängliches und heilsames Vorhaben ist.

  2. Ines sagt:

    Sehr guter Titel. Gedichte vorlesen find ich allerdings schwierig. Auch wenn andere ein Gedicht laut lesen und die Betonung anders setzen als ich es tun würde. Hoffentlich wird was draus. Ich freu mich immer, wenn es dir mit Jakob gut geht.

  3. Renate sagt:

    Das nennt sich Frühstück, klingt mehr nach Mittagessen. Das dein Bauch rebellierte verstehe ich. Hoffentlich stimmt die Chefetage zu. Mir war nicht klar dass du im Hospiz eine Lesegruppe hast.

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