22-04-05-CoTaBu-Aetasgruppe trotz Wiedereingliederung + diese Leere

Ines‘ mutmaßliche Coronainfektion (heißt es so in der Kriminologie?) lässt zwei Termine diese Woche flachfallen, allerwichtigste Lebensbausteine. Das reißt einerseits eine Lücke, andererseits leide ich an Mangel an Inspiration (für Beate: gleichzeitig mit Sehschwäche!), bin derart einfallslos und leer, dass es auch wieder passt. Gestern Abend (schlechtes Gewissen schon wieder!, weil ich ja im Hospiz nach wie vor „Wiedereingliederung“ mit Sonja mache, je halbtags) hatte ich Aetasgruppe. Corona bedingt schmilzt sie (vorübergehend?) etwas dahin, weil inzwischen die ein oder andere des Abstreichens müde oder gar allergisch darauf ist und andere Zipperlein dazukommen. Allerdings sind zwei dabei, die eigentlich auch für diesen von mir abgesagten Einführungsvormittag angemeldet waren, zwei andere der angemeldeten TeilnehmerInnen wollen es ab Mai als Quereinsteigerinnen probieren und so wächst und schmilzt die Gruppe gleichzeitig. Eine hatte ich dabei, die jetzt Coronaprobleme hat. Ich mag sie, aber sie ist extrem schlichten Gemüts. Das fällt vornehmlich dann ins Gewicht, wenn jemand in seelischer Krise dazu kommt. Sie kann kein bisschen mitschwingen, fängt dann von sich an, beharrrt auf etwas, wie sie`s empfindet. Es fordert mir extrem viel ab, sie freundlich einzufangen, abzustoppen, ihren „Beitrag“ im Keim zu ersticken, wenn er in diese Richtung geht. Was das ist? Andere kommen auch mit kontraproduktiven, „tödlichen“ Trostworten, aber verstehen schnell, wie ich das handhaben möchte, kriegen auch mit, wie förderlich das für die Betroffenen ist. Gestern, beim vorösterlichen Schreiben, kamen ein paar wunderschöne Vaterszenen zu Papier. Es war, als lernten wir den Vater, um den die Verfasserin vorletztes Jahr trauerte, ein wenig kennen. Eine Lehrerin ist dabei, akut trauernd um ihren Mann. Mitten in diesem Abgrund will sie die Systematik des Schreibens „lernen“. Macht nichts, es wirkt so oder so. – Im Hospiz jetzt vier Patienten. Und noch immer keine Neuaufnahme. – Den Mönch von Matthew Gregory Lewis – einen gotischen Roman, „vom Wunderbaren durchweht“ – verkauft. Hausmanns Liebe, Tod und Vollmondnächte über Booklooker bekommen. Manche verkaufen Bücher voll von Notizen, braun, nach Keller stinkend. Da frage ich mich….ist aber nicht mehr zu bekommen. Kleinodien.

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4 Antworten

  1. Ines sagt:

    Wenn du von der Aetas-Schreibgruppe berichtest, habe ich nicht den Eindruck von Leere. Die Leitung von Gruppen, insbesondere der Umgang mit den unsensiblen Teilnehmerinnen verlangt viel Feingefühl. Vielleicht machen wir die Peergruppe online und die Schreibgruppe findet mit oder ohne mich statt, dann hättest du die Lebensbausteine, wie du sie treffend beschreibst, doch noch in dieser Woche.

    • Heike sagt:

      Schreibgruppe ginge übrigens sehr wohl online. Das habe ich nicht mehr in Betracht gezogen. Einmal hat das mit der Aetas-Gruppe gut geklappt. Durch den Mangel an Inspiration muss ich mich im Vorfeld mehr plagen. Kann wenig dem Zufall überlassen, was ich ja eh nicht so mache. Die Unsensible ist momentan Gott sei Dank nicht dabei!

  2. Renate sagt:

    Wie du alle Schreiberinnen unter einen Hut bringst finde ich bemerkenswert. Du hast eben viel Erfahrung mit Gruppen und weißt, die, die ständig was zu sagen haben, einzubremsen. Vier Patienten das werden lange Tage werden. Was manche für versaute Bücher verkaufen ist nicht zu fassen.

  3. Beate sagt:

    Oft reicht es, wenn ein Buch länger bei einem starken Raucher im Regal stand: Der Gestank will sich nicht verflüchtigen und die Farbe der Seiten nimmt einen schmutzigen Braunton an. Wie du mir mal erzähltest, wenden sich Menschen aller Religionen an Aetas, auch Atheisten und besteht hier der Anspruch , allen einen Platz zu geben. Das könnte sich auch stark auf die Heterogenität deiner Gruppen auswirken?

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