Wieder daheim
ich habe gerade nur die drei letzten Beiträge von Euch gelesen und kommentiert -die übrigen jüngsten Beiträge lese ich später. Von Belgien will ich erzählen. Es war eine tolle, spannende Zeit. Schön waren die Eindrücke, die ich gesammelt habe, besonders und richtig beglückend die Begegnungen mit Maren und später Suzanne, die ich nur selten sehe, denn die eine wohnt in Hannover, die andere in Düsseldorf. In Brügge trafen wir uns: Maren, ihre Mitbewohnerin Susanne, Sirena und ich. Es war eine Konstellation, wie sie nicht besser hätte sein können. Wir hatten so viele gute Gespräche und so viel Spass miteinander, dass ich mich ein wenig leer, verlassen, gefühlt habe als sie nacheinander in Brüssel abgereist sind. Allein in einer Stadt zu sein fühlt sich für mich eigentlich optimal an: Oft war ich schon allein in Brüssel oder auch in Berlin, bevor die Klassen eintrafen, Barcelona, Rom und Lissabon hatte ich ohne Begleitung schon besucht. Es ist dann immer dasselbe: Ich suche alle die Plätze auf, die mich interessieren, Essen ist völlig nachrangig, wenn ich mich an einen Tisch setze, stehe ich gleich wieder auf, sobald ich aufgegessen habe und ziehe weiter. Die Abende verbringe ich dann mit Lesen auf dem Zimmer. Ich bin sehr gerne so allein unterwegs. In Gesellschaft ist das anders, und eines ist wirklich besser: Da gibt es dann die gemeinsamen Abende, die ausgiebigen Restaurant- und Cafébesuche, die Mittagspausen, den Austausch über das Gesehene. Bein letzten „Lernort“ wurde ich wahrlich wehmütig. Ich hatte noch für alle im „Grand Café Plätze reserviert, saß mit den drei Lehrern zusammen und hatte innerlich Abschiedsschmerz. Für einen Tag lang kam noch Suzanne, sie baut gerade ein Haus in der Eifel und brauchte mit dem Auto nur zwei Stunden bis Brüssel. Suzanne war meine Nachbarin, als wir in Berlin wohnten, in der letzten Zeit, seit drei Jahren haben wir wieder viel Kontakt miteinander. Obwohl sie in ihrer Ehe gut aufgehoben ist und auch sehr eng mit der Familie ihrer Tochter ist, ist sie viel allein unterwegs. Kaum war ich daheim, kamen Alina und Simon bei mir an. Sie hatten im Allgäu Urlaub gemacht und bleiben noch bis Dienstag
Mit deinem Text geht es mir so wie mit manchen, die ich als Schreibimpuls für Gruppen verwende: Wörter rausstreichen und als Impuls für einen eigenen Text nehmen. So geht es mir mit „beglückend“ im Kontext mit erfüllenden Gesprächen, mit „leer und verlassen“ nach Abreise der schönen Gesellschaft, und mit deinem Erleben in Städten, die du mit offenen Sinnen bereist und dich dabei offenbar ganz du selber fühlst – es ist so vollkommen konträr zu dem, wie es mir dabei geht! Dass du direkt hinterher Alina und Simon „bekommen“ hast, tut mir fast ein bisschen leid. Aber vielleicht ist auch das anders als bei mir und für mich?
Dein Aufenthalt in Belgien hört sich richtig gut an. Im Gegensatz zu dir finde ich es fürchterlich eine Stadt alleine zu besichtigen. Wie schön dagegen ist es, wenn man seine Eindrücke mit anderen austauschen kann.