Turbulenter Abschnitt der Ferien am Ende, Hilfsbereitschaft überall
Zurück in München. Die Wiesn vorbei. Herrlicher Spätsommer. ich hatte es zunächst so gut auf Kreta! Erst ein paar Tage in Heraklion, dann Aufbruch in den Westen der Insel zur Qigong-Gruppe. Wir hatten ein schönes Hotel direkt am Meer. Wenn wir morgens und abends unsere Stunde Qigong machten, hatten wir immer das Meer im Blick. Die Köchin Katharina zauberte die besten Abendmenüs mit viel frischem Salat und Gemüse. das Antibiotikum habe ich gut vertragen, habe halt auf Wein und Taki verachtet, aber das machte mir nichts aus. Die Gruppe setzte sich zusammen aus zwei Paaren, die passionierte Golfspieler waren, etwas älter als ich, unglaublich elegante Erscheinungen, und dem „Rest“, zu dem ich gehörte wie auch Angela, wegen der ich überhaupt zu der Gruppe gestoßen bin.Mit Angela hatte ich in meiner Jugendzeit zwei Wohngemeinschaften geteilt, in Herrsching und später in Berlin. Wir hatten zusammen für das Abi gelernt, waren schon damals grundverschieden, aber der Kontakt hält bis heute, obwohl sie seit Jahrzehnten am Niederrhein wohnt und wir uns selten sehen.Soweit, so gut: Erholung pur. Jeden Tag schwimmen bei Sonnenaufgang (besonders schön). Aber dann…Eine andere Frau aus der Gruppe und ich verbrachten am letzten Tag vor der Abreise die Nacht am Klo. Was hatten wir nur gegessen? Sie brach mit Angela am nächsten Tag in aller Früh zum Flughafen ins nahe gelegene Chania auf, Ich hingegen musste ja noch vier Stunden im Bus nach Herakilon sitzen. So wollte ich wenigstens den ersten Abschnitt mit demTaxi zur Busstation fahren. Es ging schief. Unterwegs ging es mir so schlecht, dass ich den Fahrer bat, mich vor einer Apotheke abzusetzen . Kaum war dort, versagten mir die Knie, ich beschäftigte drei Frauen, die um mich rum waren mit nassen Tüchern, Fächern, und schließlich saß ich in einem Rollstuhl und wurde in nahe gelegene Krankenhaus gefahren. Dort setzte man mir einen Tropf und ich wurde gefragt, wie oft…? ich bekam auch irgend etwas gespritzt. Die Ärzte waren unglaublich nett , der Taxifahrer kam und gab mir seine Telefonnummer (er war ja die ganze Zeit schon mit meinem Koffer durch de Gegend gefahren), Am Abend wurde ich entlassen, mit Arztbrief und einer Rechnung von 170 €. Der Taxifahrer brachte mich in drei Apotheken, damit ich die Medikament kaufen konnte und er setzte mich schließlich an der Busstation ab. In Heraklion angekommen, stieß ich wieder auf einen sehr netten Taxifahrer, es tat so gut, so viel Hilfsbereitschaft zu erfahren! Wärme für die Seele. Als ich dann in der Schlange zur Gepäckabgabe stand, wusste ich: jetzt ists vorbei mit dem warmherzigen Umgang.
Bei aller Turbulenz ist es auch zum Lachen! Angela? Angie? „Der Rest“ ist schon so witzig. Die Einheiten am Wasser bei dieser Luft, dem Klang, dem Blick – müssen herrlich gewesen sein. Ich könnte mir vorstellen – oder nicht?? – dass die Antibiotika für die Übelkeit auch eine Rolle gespielt haben. Jedenfalls erinnere ich mich bei Borreliose an wochenlanges Einnehmen, was natürlich Gift ist. Du warst allerdings nicht allein mit deiner Kotzerei?! Übrigens – meine Erfahrung in Griechenland: Krankenhaus wurde anstandslos übernommen von der Auslandskrankenversicherung. Schade, der unangenehme, aber doch menschlich warme Abspann.
Der Urlaub hört sich so erholsam an, wenn das Ende doch anders verlaufen wäre. Die Hilfsbereitsschaft ist allerdings enorm, die du erfahren hast. Die Rechnung des Taxifahrers wird auch hoch gewesen sein. Ich hoffe, du kannst jetzt trotzdem von den schönen Seiten des Urlaubs profitieren.
Am Meer Qigong machen muss wunderbar sein. Das dich dann Montezumas Rache erwischte, ist auf Reisen der blanke Horror. Gut, dass es hilfsbereite Menschen gab.