Besuch von Petra und Ralf, Klein-Tessa als Soldatin, Deutschland bald im Krieg?

Die letzte Woche habe ich nur 2 Tage gearbeitet. An beiden Tagen ist nichts Wesentliches passiert. Am Mittwoch ging es dann schon zum Schliersee für das lange Wochenende. Das war geprägt vom Besuch meiner Schwester Petra und ihrem Ralf, die am Donnerstagabend kamen. Hubert und ich hatten ein Gulasch vorgekocht, was wir sonst nie kochen, aber richtig gut gelungen ist. Am Feiertag gings es dann mit der Taubensteinbahn auf den Berg und zunächst mit vielen anderen Wandersleuten bei traumhaftem Wetter und toller Aussicht zum Rotwandhaus und auf einem anderen, weniger bevölkerten, dafür mühsamen Weg zurück. Insgesamt 3 Stunden Wandern war gut möglich mit meiner Hüfte, obwohl ich sie immer spüre. Petra und Ralf ließen sich dann noch dazu überreden, auf der Taubensteinhütte eine Kaspressknödelsuppe zu essen. Die beiden essen ansonsten mittags so gut wie nichts. Bis Samstag nach dem Frühstück sind sie geblieben. Insgesamt ging es gut mit dem Besuch, aber natürlich ist die Gastgeberrolle immer auch etwas anstrengend, was ja dazu gehört. Durch die regelmäßigen Besuche in den letzten Jahren sind wir schon ganz gut eingespielt. Ich bin jedenfalls froh, dass ich mit meiner Schwester so viel Kontakt habe. Das ist erst möglich seit ich von Sören getrennt bin, denn Sören konnte meine Familie nicht gut leiden und hätte sich niemals auf so einen mehrtägigen Besuch eingelassen. Auch wir sind dann bereits am Samstag wieder nach München gefahren, wo wir auf Luisa und Tessa trafen, die sich einige Tage in unserer Wohnung verbrachten. Luisa liegt in den letzten Zügen ihrer Masterarbeit und will danach Innsbruck verlassen. Tessa, ihre Freundin, hat ihr Studium bei der Bundeswehr gemacht und sich für 12 Jahre verpflichtet. Sie macht einen Lehrgang in Dresden und wird dann im norddeutschen Raum mehrere Standorte haben. Sie ist eine richtige Soldatin und wird in der strategischen Kriegsführung unterrichtet. Sie spricht vom „Russen“ als unser Feind und dass ihre Vorgesetzten sagen, dass Deutschland spätestens in 3 Jahren in den Krieg ziehen wird. Die Stimmung in der Kaserne ist dementsprechend fatalistisch. Sie zeigte uns Fotos, auf denen sie in der kompletten Kriegsmontur mit Maschinengewehr abgebildet ist. Da sie ein ganz kleiner und zierlicher Mensch ist, sah es auf dem Foto aus, als hätte sich ein Kind verkleidet. Es ist so eine andere Welt, in der sie sich bewegt. Aber Luisa ist extrem glücklich mit ihr. Die beiden wollen sich in Hamburg zusammen eine Wohnung suchen, wo Luisa dann wohnt und Tessa an den Wochenenden oder dienstfreien Tagen ebenfalls wohnen kann. Dieses Kriegsthema hat mich in der Nacht noch verfolgt.

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2 Antworten

  1. Heike sagt:

    Vom gelungenen Familienbesuch – wie immer absolut unternehmungslustig – zum „verkleideten Kind“, der lesbischen Soldatin Tessa (wie haben sich die Zeiten geändert!), zum „Russen, dem Feind“ (kommt mir von früher bekannt vor: „der Russe“ kam, „der Russe war’s“. Dass von konkreten Kriegsaussichten die Rede ist haut mich um – ich musste erstmal aufstehen und Luft holen!

  2. Renate sagt:

    Mein Opa sagte auch oft “ wenn der Russ kommt“. Ein Schreckgespenst damals und heute. Das Krieg kommen soll ist eine furchtbare Vorstellung. Immer mehr Menschen verlieren ihren Optimismus. Eine gute Beziehung zur Schwester ist etwas Besonderes.

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