Was für eine Woche !
Die Woche begann groß, großartig: Meine Tochter wurde vereidigt, ist ab jetzt Verwaltungsrätin. Ich erinnere mich, dass ich selber mit den Titeln nie was anfangen konnte: Ministerialrat, Ministerialdirigent, wenn sich der Söder in den Lernort einklinkte: Herr Ministerpräsident. Was für Hierarchien, was steht hinter diesen Titeln, es ist eine ganze Welt der Einstufungen, des Respektiertseins, dieses Beamtentum, ich wollte nie dazugehören, wollte nie Lehrerin werden. Aber für Sirena ist es was Gutes, für das Abgesichertsein, später für die Pension . Es war für sie ein großer Tag und ich habe mich für sie gefreut, also auch ein großer Tag für mich. Am Abend dann Lesegruppe mit Katharina und Ursula (U. neu, weil der von mir sehr geschätzte Christoph seit einem halben Jahr wegen Demenz ausgefallen ist, sehr traurig, er hat bis er 70 Jahre alt war in seiner Kanzlei gearbeitet und dann, als er aufhörte, machte sich die Krankheit bemerkbar). Katharina fand das Buch toll, ich hielt dagegen, denn mir gefiel es nicht, das gab dem Gespräch einige Würze.
Am Dienstag dann nahm ich (endlich) wieder teil bei den LiteraTüren! Susanne hielt Tee und Wasser bereit und es war wieder ein Genuss, abwechselnd weiterzulesen. Im Hinterkopf hatte ich das Gespräch mit Peter Probst auf Formentera über die Heldenreise des Wilhelm Meister.
Schon lange hatte ich die Karte, zusammen mit meiner Schulfreundin Doris, für dieses außergewöhnliche, dieses großartige Konzert von Barenboim im HP8. Die Symphonie Nr 4 („die Italienische“) kannte ich bereits, die von Brahms, die nach der Pause gespielt wurde, nicht. Doch beides ein Genuss sondergleichen, ein Klangteppich, auf dem ich geschwebt bin: wie wunderbar!
Am nächsten Tag fuhr ich mit Sirena nach Pertisau am Achensee. Eigentlich wollte auch Janni mitkommen, aber sie musste für die Schule was tun, einen Praktikumsbericht schreiben und sagte ab. Der Achensee, die Spaziergänge, die wir bei herrlichem Sonnenschein unternahmen und die Stunden im Wellnessbereich des Hotels waren sehr erholsam. Gestern noch ein Besuch im Swarovski Museum mit einem interessanten Garten und vielseitigen blinkenden Räumen, danach noch ein Gamsbraten im Fischerwirt von Maurach und heim ging es! Was für eine Woche!
Auch ich konnte mit diesen Sicherheitssystemen, der Fixierung darauf nie was anfangen, habe die Verachtung (von Vaters Seite) und das Plädoyer dafür (von Mutters Seite) früh gelernt; denke heute etwas anders, denn Preise und Löhne steigen, Renten kaum und so verstehe ich, dass Sirenas Freude die Deine ist! -Ich hatte das gar nicht gewusst oder verstanden, dass bei deiner Probst/Fried Reise auch Wilhelm Meister für die Heldenreise bemüht bzw dadurch angestoßen wurde – was für eine schöne Verbindung! – Barenboim hätte mir auch gefallen!
Was eine Verwaltungsrätin macht, weiß ich zwar nicht, aber wenn es für Sirena ein Aufstieg und ein sicheres Einkommen bedeutet, dann ist es ja sehr erfreulich. Schön, eure regelmäßigen Mutter-Tochter Wellnesstage am Achensee. Klingt erholsam und harmonisch zwischen euch. Es ist furchtbar, dass die Demenz sich bei deinem Freund Christoph so plötzlich und heftig zeigt. Ist ihm das bewusst? Im Januar gehe ich auch mal wieder ins HP8. Obwohl es so nah ist, sind die Besuche dort viel seltener als ich es mir mal vorgenommen hatte.