Sturz, Brüche und Nationaltheater
In der Nacht von Montag auf Dienstag ist unsere Mutter gestürzt. Willi hat es gehört und hat Mama wieder ins Bett getragen. Oberschenkelhals und Handgelenk sind gebrochen. Sie liegt im Dritten Orden. Am Mittwoch wurde sie an beiden Brüchen operiert. Am Donnerstag kam sie auf die normale Station, in ein Einzelzimmer. Sie hat tagelang nur geschlafen. Sie hat keine Schmerzen. Sauerstoff bekommt sie und sie isst und trinkt. Heute war sie etwas wacher. Die ganze Familie war heute bei ihr. Linda ist täglich einige Male zu Mama. Eva und ich besuchen sie auch täglich. Mama kann nicht mehr nach Hause. Mit dem Sozialdienst sind wir im Austausch, wegen eines Heimplatzes. Gestern kleine Auszeit im Nationaltheater. Zuerst Stress total, weil die S-Bahn ohne Ansage ausfiel. Um 16.51 Uhr war ich am Marienplatz. In 9 Minuten zum Theater gesprintet. „Wings of memory“ ein Dreiteiler im Rahmen der Ballettfestwoche, u.a. mit einer Choreographie von Pina Bausch. Auch die beiden Stücke von anderen Choreographen waren beeindruckend. Heute am Sonntag waren wir alle bei Mama. Als sie einschlief sind wir ins Café der Klinik, danach wieder zu Mama, die weiter tief und fest schlief. Mit dem Rad zum Untermenzinger Friedhof, wo fast jedes Grab mit Tag und Nachtschatten, auch Stiefmütterchen genannt, bepflanzt ist, so schön bunt. Anschließend an der Würm entlang gefahren, auf einer Bank dem fließenden Wasser zugeschaut und an das gedacht was auf uns zukommt.
Die Ereignisse überschlagen sich. Jetzt ist es endgültig, dass sie nicht zurück nach Hause kann. Gut, dass ihr als Familie so gut zusammen haltet, das macht es etwas leichter, aber dennoch ist das, was jetzt kommt nicht leicht.
Bis auf das Wasser, das mit deinen Gedanken floss, soeben alles besprochen. An dieser schönen Stelle an der Würm waren wir auch mal, oder? Wo es so „japanisch“ wirkte?