Bachblüten, Pflegeheim und alles nicht so leicht

Wir, Heike und ich, trafen uns am Ostermontag am Westfriedhof. Heike versorgte mich mit Bachblüten,  KAVA Hevert Tropfen und Rescuetropfen. Alleine die Übergabe und das Gespräch gaben mir Auftrieb.  Lange saßen wir auf einer Bank und ich ließ einen Bus nach dem anderen passieren. Irgendwann machte ich mich auf ins Krankenhaus. Mama war nicht wach zu kriegen. Also nach Hause und am Abend wieder zu ihr. Habe ihr die Fingernägel geschnitten und saubergemacht. Am Dienstag war ich schon zeitig im KH. Der Fahrdienst kam pünktlich. Mama hat die ganze Fahrt nach Penzberg geschlafen. Eva hat uns schon erwartet. Das Heim ist ganz neu, die Pflegenden, die wir bisher gesehen haben, sind ausgesprochen nett und bemüht. Die PDL hat uns einen Platz zugesagt, wenn Kurzzeitpflege und Verhinderungspflege ausgeschöpft sind. Mit Traudl zur Diakonie (Pflegedienst) um unseren Hausschlüssel zu holen. In unserem Haus nach dem Rechten geschaut,  Heizung auf Sommerbetrieb gestellt, Post gesichtet. Mit Linda am Samstag zu Mama. Sie war wach. Auf einem Foto hat sie sich nicht erkannt. Hat ziemliche Schluckstörungen und legt ihre Hände nicht entspannt auf die Bettdecke, sondern hält sie ein paar Zentimeter in der Luft. Sie hält so fest. Habe ihr das Essen eingegeben. Linda und ich sind dann auf einen Kaffee rausgegangen. Ich muss Penzberg vielleicht noch entdecken, denn selbst ein Café zu finden gestaltete sich schwierig. Zurück zu Mama, die sich überhaupt nicht äußern kann, ob sie gut liegt, ob sie Hunger oder Durst hat, ob sie nass ist. Das hat mich und auch Linda doch sehr mitgenommen, diese Hilflosigkeit und das Ausgeliefertsein. Wir hoffen dass wir mit unserer Einschätzung, was die Pflegenden betrifft, nicht daneben liegen.

Für dich vielleicht ebenfalls interessant …

3 Kommentare

  1. Heike sagt:

    Das Herz wird einem ganz schwer. Wie du unser Zusammenkommen am Busbahnhof beschreibst, das geht mir auch ans Herz und streichelt mich seelisch. Bei Penzberg denke ich an unseren Ausflug mit dem Team in die Moschee mit Einkehr hinterher – weißt du noch? Und ich denke an den Barfußpfad – das könnte auch was zum Auftanken für euch sein? Bestimmt hat Beate noch Ziele – auch wenn sie sich mit KaffeeKuchen weniger auskennt. Sollte noch ein Sommer kommen – dann ist da Beates Badesee usw… Schade. Nach kurzem Aufatmen wieder große Bedrückung.

  2. Beate sagt:

    Schwer ist es, eine neue Phase mit deiner Mutter – es geht mir auch ans Herz und vor ein paar Jahren hatte ich ja auch meine Fahrten mit schwerem Herz nach Penzberg. Lass uns am Mittwoch wegen den Orten reden, wo es schön sein könnte nach euerem Besuch!

  3. Ines sagt:

    Ich fühle mich auch an die Zeit erinnert, als meine Mutter ins Pflegeheim kam. Schwer erträglich, die Mutter jetzt so hilflos zu sehen. Hoffentlich entspannt sie sich mit der Zeit und hoffentlich gibt es einen Platz, wo sie in der Sonne liegen kann, das mag sie doch so gerne.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert