Jarons Draht zu Sörens Freundin, Susann treffen, versöhnliche Gedanken zur Arbeit, Noom-App, Rolf, Peergruppe, Trauerfeier ohne Ritual

Letzten Sonntag trafen wir uns mit Jaron, der zu Besuch in München war, zunächst bei Maja und später gingen wir mit ihm essen. Wir kamen zunächst nur schwer ins Gespräch, was ich ja schon mit ihm gut kenne. Als ich ihn nach Sörens Freundin fragte, sagte er glatt, dass er einen sehr guten Draht zu ihr habe und sie sehr gut finde. Einen klein Stich verspürte ich dabei. Die Freundin scheint noch dazu Sörens Leben nicht nur zu beleben, sondern auch Ordnung zu schaffen, zunächst in seinem Kleiderschrank. Dieser macht jetzt Konkurrenz zu Renates Schrank, nach Farben sortiert. Heike hat schon ein Foto gesehen, das ich ihr gezeigt habe.

Am Montag traf ich meine inzwischen berentete Kollegin Susann. Wir hatten uns sofort viel zu erzählen. Sie kann gut zuhören und hat auch viel zu sagen. Am meisten fällt ihr in der Rente der Wegfall der Kollegen als Verlust auf, mit denen sie über Jahre Tag für Tag zusammen war und von denen sie geschätzt und gemocht wurde. Das hat mir vor Augen geführt, dass ich dieses gute Kollegium, das ich ja auch habe, mehr würdige und bewusster wahrnehmen sollte. Auch ich komme jeden Tag gerne in meine Arbeit, werde von allen freundlich gegrüßt und man schätzt mich. Das versöhnt mich auch damit, dass ich nie Karriere gemacht habe, wie viele andere Psychologinnen, sondern brav seit bald 29 Jahren im Kinderzentrum meine Arbeit mit den Familien verrichte.

Am Dienstag Fitnessstudio und abends auf der Terrasse mit Hubert sitzen und genießen. Wie oft wird das in diesem Jahr noch möglich sein?

Da ich am Mittwoch gar keinen Termin hatte und da ich sehr unglücklich über mein Gewicht bin, das sich peu a peu von meinem Wohlfühlgewicht entfernt und mir meine Hosen zu eng werden lässt, habe ich den Tag damit verbracht einen Plan zu schmieden und umzusetzen, wie ich das wieder in den Griff bekomme. Ich habe mir eine App herunter geladen, mit der ich nun versuche, drei Kilo abzunehmen. Die „Noum App“ erfordert, dass man alles, was man isst, aufschreibt, sich täglich wiegt und jeden Tag ein paar Lektionen liest. Inhaltlich alles banal, aber der Effekt ist sofort spürbar. Ich esse bewusster und fühle mich sofort sowohl körperlich als auch innerlich etwas besser. Den Tag über Körperpflege betrieben, Haare gefärbt, nur gesunde Sachen eingekauft und vorgekocht. Abends wieder draußen sitzen.

Donnertag nichts außer Arbeit, die mir im Moment wieder gut gefällt. Mit meinem Schwiegervater Rolf habe ich einen intensiven und ehrlichen Emailaustausch gehabt, der mich beschäftigt hat. Es geht um Versöhnung zwischen ihm und Sören und seine meines Erachtens ungünstige Herangehensweise.

Freitag Fitnessstudio nach der Arbeit und nachmittags zu Heike zur Peergruppe. Herrliches und gesundes Essen, den Mon Cherie konnte ich widerstehen, aber schwere Themen, die mich bis heute beschäftigen.

Am Samstag Ausschlafen, Frühstück, Markteinkauf und Vorbereitung eines Bulgur Salats, den wir am Nachmittag zu einer Einladung fürs Buffet mitbrachten. Huberts beste Freundin ist vor 10 Jahren gestorben und wäre am Samstag 60 Jahre alt geworden. Die Töchter haben zu einem Gedenknachmittag  eingeladen. Es war schön vorbereitet, auch mit Fotos aus dem Leben der Freundin. Leider blieb es bei Essen und Reden. Keine Ansprache, kein Ritual oder Ähnliches. Wie wenig wir das heutzutage lernen oder uns trauen. Mir hat so etwas gefehlt.

Heute, Sonntag, wieder Fitnessstudio mit Sauna. Abends beginnt der Tanzkurs wieder. Der Sommer verabschiedet sich langsam, nachts ist es jetzt schon richtig kalt. So wie es jetzt ist, kann es von mir aus noch eine Weile bleiben. Schöner Altweibersommer.

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3 Antworten

  1. Heike sagt:

    Deine Situation mit Jaron konnte ich gut nachempfinden, du kennst mich:: Ich neige dazu, lieber gleichmal die „Neue“ kritisch zu beäugen. Am Ende lernst du Jaron durch sie neu kennen? Dein Unglück mit dem Gewicht finde ich aus meiner Perspektive krass, kann aber verstehen, dass du den Anfängen währen willst. Ich dachte, du hast das ohnehin im Blick. – Du hast nicht Karriere gemacht, aber ein erfülltes Berufsleben voll Verantwortung und mit tollen KollegInnen, ohne die Last der Selbständigkeit. So gern würde ich viel mehr darüber erfahren – dazu kommt es in letzter Zeit nicht, was ich ausdrücklich vermisse. – Rituale habe ich im Hospiz üben können und praktizieren gelernt – Mut brauchte es, nicht jeder mag sowas – und ich bräuchte mehr davon, auch jetzt.

  2. Heike sagt:

    Wehret, nicht währet…

  3. Renate sagt:

    Keine Karriere! Ein kontinuierliches Arbeiten über Jahrzehnte, hat doch auch was . Dass du von deinen Kolleginnen gewertschätzt wirst und gerne in die Arbeit gehst, ist so wertvoll.
    Wenn die Hose zwickt, bremse ich auch.

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