Herbstlich und schlapp am Schliersee, ruhiger Wochenbeginn, Notarzteinsatz hinterlässt Spuren,

Der Blick aus dem Fenster vom Wohnzimmer in Schliersee aus zeigt eine diesige Welt mit Herbststürmen. Die  Blätter der Laubbäume im Garten leuchten im Kontrast orange und rot. Irgendein Nachbar benutzt eine Motorsäge, das Holz im Kachelofen knistert und verbreitet Wärme. Neben mir eine Tasse Roibuschtee, ich lasse die Woche Revue passieren.

Montag arbeiten und abends Linedance Kurs, der prima war. Dienstags arbeiten und danach in Fitnessstudio. Mittwoch morgens Yoga, Hausarbeit, dann zu Maja und Co. Ich kochte für 4 Personen, weil auch Bernd im Homeoffice da war und Sören wie immer Mittwochs seinen Opabesuch abstattete. Mateo war immer noch oder auch wieder krank, weinerlicher und verrotzt. Wir hatten trotzdem Freude mit und an ihm. Ich musste früher als sonst aufbrechen, da Moni am Nachmittag zum Linedance-Üben für unsere Prüfung im November kam.

Am Donnerstag lange gearbeitet. Als Hubert und ich am Abend dabei waren unser Abendessen herzurichten, klingelte es. In der Annahme, dass es sich um eine Amazon-Lieferung handelt, öffnete ich die Tür und davor stand eine Hausbewohnerin zitternd und schluchzend. Aus ihrer Hand tropfte Blut auf den Boden. Sie sprach wirr und unter Schock, dass sie sich gerade den Finger abgeschnitten hätte und Hilfe bräuchte. Ich brauchte ein paar Sekunden, um zu schalten, dass es sich um einen echten Notfall handelte. Hinzu kam, dass sie eine schwarze Gesichtsmaske aufgelegt hatte während sie sich beim Kochen ihrer Kürbissuppe am Pürierstab verletzt hatte und aussah wie ein Gespenst. Während Hubert ihre Hand mit Eis versorgte, rief ich den Notarztwagen und versuchte sie zu beruhigen, telefonierte mit ihrem Mann, der sich nicht in München befand. Der Notarztwagen kam nur wenige Minuten später und versorgte die noch unter Schock stehende Nachbarin in unserem Flur, wo wir sie hingesetzt hatten. Ich verneige mich voller Respekt vor diesem Notfallsanitäter, der die Situation höchst fokussiert, professionell und gleichzeitig menschlich unter Kontrolle brachte. Nachdem der Wagen Richtung Klinik und mit Blaulicht davon gefahren war, mussten wir uns selber erst mal von dem Schock erholen (und das Blut beseitigen). Außer der Reihe tranken wir ein Glas Rotwein zum Essen. Am nächsten Tag erfuhren wir, dass die Unglückliche in der Nacht operiert worden war und gleich wieder nach Hause durfte. Dass das abgeschnittenen Fingerglied mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder angenäht werden kann, sagte bereits der von mir so bewunderte Sanitäter, als er sich die Amputation angesehen hatte, die zum Glück nicht vollständig war. Grusel grusel. Und das zu Halloween Zeiten.

Am Freitag nach der Arbeit nochmal Studio und dann Aufbruch zum Schliersee. So energiegeladen wie ich oft unter der Woche bin, so schlaff fühle ich mich am Wochenende, trotz gutem Schlaf. Heute waren wir nur Lebensmittel einkaufen und ein paar Kleidungsstücke Shoppen im einzigen Bekleidungsladen von Schliersee und in einem Intersport. Gleich kochen wir Gulasch nach dem Rezept von Emmi kocht einfach, das gelingt immer.

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3 Antworten

  1. Beate sagt:

    Was für ein Unfall! Es ist mal wieder die Bestätigung, dass im Haushalt die gruseligsten Dinge passieren. Gesichtsmaske und Finger ab, Halloween…und eine gute Aussicht, dass alles wieder heil wird! Die wilden Herbststürme passen perfekt ins Szenario. Rotwein beruhigt….

  2. Heike sagt:

    Ein schlimmer Zwischenfall – jeder, der sich mal den Finger verletzt hat kennt die weitreichenden Folgen. Denk nur an deinen Finger nach dem Ballunfall vor zig Jahren! Merkwürdige Kombi mit der schwarzen Maske! – Dein… kann man sagen Tonus? … durch durchgehendes Programm, ständigen Sport und Bewegung entspricht meinem Rausch bzgl Lesens, Schreibens und Gruppenfeelings – im Kontrast dazu Abstürze, Fadheit, Müdigkeit – Auszeit.

  3. Renate sagt:

    Verletzungen an den Fingern, und seien sie noch so klein, was bei eurer Nachbarin nicht der Fall war, tun so extrem weh. Schrecklich der Anblick und dann noch mit Maske. Gibt es auch eine Herbstmüdigkeit?

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