Ärger über Arbeitsbedingungen, laufender Mateo, Peergruppe, Weilheim, Hofflohmarkt, ESC

Im Linedancekurs waren wir am Montag nur zu Viert. Alle Neuen außer einer haben wieder aufgehört, weil es ihnen wohl doch zu schwer war als Anfänger im Fortgeschrittenenkurs. Die eine Verbliebene reiht sich aber nicht ein, separiert sich in den Pausen und tanzt total entrückt und übertrieben. Ein bisschen mussten Moni und ich danach über sie lästern, was man ja eigentlich nicht macht.

Am Dienstag alles wie immer inklusive Chor, Teamsitzung und Fitness. In der Arbeit gibt es gerade wieder Ärger, der mich zwar nicht betrifft, aber viele von unserer jungen Psychologinnen, die eh einen schweren Stand haben, weil sie kein eigenes Büro haben und die Zeiten ohne Patienten in Großraumbüros arbeiten sollen. Weil man sich in diesen Räumen nicht konzentrieren kann, gehen viele nach Hause und arbeiten diese Sachen im Homeoffice. Das Homeoffice soll aber ab jetzt nur noch denjenigen gestattet werden, die Patienten entweder schon um 7:30 Uhr oder erst um 17:30 Uhr untersuchen, damit die Randzeiten in den Therapieräumen ausgenutzt werden. Für die meisten Mitarbeiter sind das Unzeiten ganz zu schweigen von den Patienten. Darüber habe ich mich aufgeregt und tue es immer noch.

Mittwoch Yoga und danach zu Mateo, dieses mal ohne Sören. Ich kochte Spaghetti Bolognese, was er gerne gegessen hat, wenn auch sehr wenig.  Beim Nachmittäglichen Spaziergang wollte er nicht im Kinderwagen sitzen, sondern die ganze Zeit daneben her laufen, mit erstaunlicher Ausdauer. Viele Passanten mussten über ihn schmunzeln, da er so klein und niedlich ist.

Donnerstag war ja Feiertag. Ich mag den Mai besonders wegen der vielen Feiertage. Die Peergruppe kam mittags zu mir. Vormittags mit Hubert die Wohnung geputzt und vorgekocht. Heike meint, es sieht aus, als würde niemand hier wohnen. Das gibt mir zu denken. Mein Redebeitrag ist eher gering, weil ich, wie schon seit langem, keine brennenden Themen habe. Dass das so ist, beschäftigt mich auch. Ich bin weder gestresst, noch habe ich mit jemandem eine schweren Konflikt und auch keine Probleme, bei deren Lösung ich Unterstützung brauche. Dadurch fühle ich mich als Gesprächspartner deutlich uninteressanter als früher, als ich noch einen Haufen Beziehungsprobleme mit mir rumgeschleppt habe und mit meinem Leben alles andere als im Reinen war.

Am Freitag war ich nach der Arbeit bei Sascha, der angeboten hatte, bei meinem Geburtstagsfest einen großen Teil des Essens vorzubereiten, quasi als Geschenk. Wir wollten das Menu besprechen und kamen schnell zu einem Ergebnis. Jetzt will ich noch Gäste fragen, ob sie auch einen Beitrag zum Buffet beisteuern, insb. Nachspeisen. Viele Zusagen habe ich noch nicht bekommen bzw. auch schon einige Absagen. Insofern bin ich froh, dass ich nicht vorhabe auswärts zu feiern, da würden mich die Absagen deprimieren. Am Freitagabend fuhren Hubert und ich mit dem Zug nach Weilheim, wo wir ein befreundetes Paar im Restaurant trafen. Weilheim liegt genau in der Mitte zwischen unseren Wohnorten und man kommt gut mit dem Zug hin, was mir gefällt wegen des klimafreundlichen Fahrens und damit wir unser Deutschlandticket nutzen können, das sich ansonsten nicht rentiert.

Am Samstag Besorgungen in der Stadt gemacht und noch etwas auf dem Hofflohmarkt im Glockenbachviertel herum geschaut. Für Mateo eine Jeans, ein Buch und einen Laster gekauft. Kindersachen gab es echt viel, insb. weil so viele Familien in diesem Szeneviertel leben. Die Stimmung war richtig schön, leider durch Regen immer wieder getrübt. Am Abend hatte ich ein befreundetes Paar vom Tanzkurs erstmals zu uns eingeladen, um gemeinsam den ESC zu schauen. Ich wusste, dass der Mann, der lustigerweise ebenfalls aus Bielefeld stammt, ein Fan vom ESC ist und hatte die beiden spontan gefragt. Wir hielten bis zum Schluss durch und hatten viel Spaß, auch wenn die Beiträge, insbesondere der deutsche Beitrag, recht schlecht waren. Ich bin zwar kein Fan vom ESC, aber es ist eine Tradition und Hubert hat aufgegeben, sich dagegen zu wehren.

Da ich schlecht geschlafen habe, ist heute nicht viel los mit mir. Ich muss noch packen für unseren Urlaub auf Wangerooge mit Hochzeit vorab. Auf die Insel kann man kein Auto mitnehmen, muss entsprechend packen. Abends gehen wir zum Tanzkurs. Dafür wollen wir noch üben. Hubert ist heute nicht so gut drauf. Hoffentlich kriegen wir uns beim Tanzen nicht in die Haare.

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2 Kommentare

  1. Heike sagt:

    Über eure „Solotänzerin“ könnte ich mich ausschütten vor Lachen! Sie erinnert sofort an Gruppenerfahrungen: eine im Dienstagschor, die während der letzten Instruktion beim Auftritt plötzlich in der Kirche rumlief und beim Kerzenanzünden half oder bei der Probe in der Ecke sitzend singen will; so eine hatte ich zur Coronazeit mal in einer Schreibgruppe, furchtbar schwierig, mit solchen AußenseiterInnen umzugehen! –
    Deine Zurückhaltung mit Redebeiträgen und gebotenen Problemen im scharfen Kontrast du mir (oder in der Peergruppe nicht nur zu mir) – es ist wie mit dem Gewicht (und dem Chaos) – ich könnte, wenn es denn möglich wäre, von allem die Hälfte abgeben. Dass es bei euch unbewohnt aussieht hängt wohl damit zusammen, dass ihr eher putzt als bastelt, werkelt, wurstelt. Da gibt es nichts, was auf häusliches Leben bzw lebendige Aktivität hinweist. – Den ESC habe ich gestern auch angeschaut. Eine unglaublich quälende, ätzende Veranstaltung mit wahnsinnig viel dummem Geschwätz, die darin gipfelt, dass die deutsche Kandidatin heute sogar behauptet, keineswegs enttäuscht zu sein. Ein Beitrag zwischen Puff und Retorte. Auch die Gewinnerin wirkt nicht gerade edel, aber sie wirkte immerhin wie eine Sex- und Temperamentsbombe aus Fleisch und Blut. Hätte ich das nicht allein gesehen, hätte ich vielleicht auch etwas mehr Humor aufbringen können. So habe ich mir das bis zur bitteren Neige, meist schlafend, angetan.

  2. Renate sagt:

    Linedance als Anfängerin in einer fortgeschrittenen Gruppe ist sehr herausfordernd. Ich wäre komplett aufgeschmissen. Lästern über die Solotänzerin bietet sich geradezu an. ESC finde ich furchtbar. Die Klamotten, wenn sie überhaupt so genannt werden können und diese unsägliche Musik.

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