Ciao Lago d’Iseo, Ciao Toskana

Die Tage in Iseo waren schön. Italien ist dort so wie es früher, vor dem overtourism, war. Alles ohne digitale Vorreservierung, eher günstig, niedrigschwellig. Am Mittwoch gab es zum Glück Gewitter und die Luft kühlte zumindest zeitweise ab. Tagsüber machten wir Ausfüge, liehen 1x Fahrräder, fuhren mit der Fähre auf die Insel im See (monte isola). Am frühen Abend ging es zum Lido für eine Runde Schwimmen, später essen gehen und über die Promenade flanieren. Die zumeist italienischen Touristen waren extrem herausgeputzt, groß und klein. Der Iseosee ist zwar kein Geheimtipp, aber sehr empfehlenswert. Am Samstag fuhren wir weiter in die Toskana, bezogen Unterkunft in einem Agritourismo in der Nähe von Castiglion Fiorentino. Die Wohnung ist ein altes Steinhaus, liebevoll renoviert. Man darf aus dem Gemüsegarten alles ernten, was wächst. So etwas mag ich. Abgesehen von den Mücken ist es wild romantisch hier. Was mich beim Essen gehen im Restaurant immer wieder und auch gestern Abend stört ist, wenn ich Familien beobachte, die kein Wort miteinander reden, und alle in ihr eigenes Smartphone schauen. Das ist so deprimierend. Auch wenn 5-jährige Kinder gefüttert werden, damit sie mehr essen und gleichzeitig einen Film auf dem Smartphone anschauen, gruselig. Hier auf dem Land ist es ziemlich einsam. Man muss sich gut verstehen, weil es außer der schönen Landschaft und den mittelalterlichen Städtchen nicht viel Ablenkung durch andere Menschen gibt. Im Moment erscheint ein Meer an Zeit vor mir zu liegen, mal sehen wie wir es die kommende Woche füllen.

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