Drillingskind mit alter Mutter, Schliersee-Sommertag, Urlaubsgedanken

Wir hatten bei der letzten Schreibgruppe überlegt, den Blogbeitrag vielleicht etwas anders zu strukturieren als bisher. Wie anders habe ich aber vergessen. Eine Idee war, nicht mehr die Wochentage durchzugehen, sondern nur das zu schreiben, was auch eine emotionale Bedeutung hat und was am Sonntag noch im Gedächtnis geblieben ist. Gar nicht so einfach.

In der Arbeit gab es einen Fall von einem 2-jährigen Drillings-Kind, das ich untersuchen sollte. Ich war komplett sprachlos als ich die Mutter dieses Kindes sah, die bereits über 60 Jahre alt war, zudem viel älter aussah und sich humpelnd wie eine alte Oma bewegte. Da die Mutter Kurdin ist, dunkle Haut und Haare hat, war sofort klar, dass das hellblonde und hellhäutige Kind genetisch weder mit ihr noch mit dem Vater verwandt ist, der zwar jünger ist, aber auch kurdisch und zudem eine Sehbehinderung hat. So nach und nach stellte sich heraus, dass die Mutter, die kein Deutsch sprach und von einer Nichte und einer Familienhelferin begleitet wurde, eine befruchtete Eizelle von Spendern im Ausland hat einsetzen lassen, die Drillinge selber ausgetragen hat, die dann zu früh in einem deutschen Krankenhaus geboren sind, und eins von den dreien nicht überlebt hat. Zunächst wurden die übrigen zwei Kindern den Eltern vom Jugendamt weg genommen, weil man den Eltern nicht zugetraut hat, sie zu versorgen. Mit 11 Monaten sind die Kinder zurückgeführt worden, mit der Auflage, dass die Eltern nicht mit den Kindern allein sein dürfen, sondern immer ein Familienmitglied aus der Großfamilie anwesend sein muss. Zum Glück war das Kind gut entwickelt und nicht auffällig. Aber mich hat der Fall beschäftigt. Insbesondere die Frage, ob es ethisch vertretbar ist, einer Mutter, die so alt und zudem körperlich beeinträchtigt ist, befruchtete Eizellen einzusetzen. Ich finde es egoistisch und unverantwortlich. In den Tagesnachrichten war gleichzeitig der Fall der Leihmutter von Spahn, was zwar anders gelagert ist, aber auch Fragen aufwirft.

Am Freitag bin ich nach der Arbeit alleine zum Schliersee gefahren, weil Hubert Sommerfest hatte und später mit der BOB nachkommen wollte. Das hat mir gefallen, weil ich alles so gemächlich und entspannt machen konnte. Insbesondere die Autofahrt war anders als wenn wir zusammen fahren und er am Steuer sitzt. Er fährt viel schneller und mit mehr Druck und schimpft viel über die anderen Autofahrer. Wenn ich alleine fahre, ist es eine gemütliche Fahrt aufs Land.

Samstag war wie ein Urlaubstag. Von morgens bis abends Sonne. Im Warmfreibad in Bayrischzell einige Stunden auf den dortigen Liegen verbracht, Zeitung gelesen, geschwommen und Pommes gegessen. Nachmittags am Haus gemütlich das abendliche Grillen vorbereitet und draußen gegessen, Musik gehört, richtig gut geredet und zu guter Letzt wurde unten am See noch ein Feuerwerk gezündet. Ein Tag wie ein Geschenk.

Thema unter anderem in dieser Woche war auch, wie wir unseren Urlaub im nächsten Jahr verbringen. Ich will Maja und Mateo so oft wie möglich sehen, wahrscheinlich werden wir zweimal nach New York fliegen, im Juni und im Oktober. Maja sagt, ihr würde es helfen, wenn sie wüsste, dass wir regelmäßig kommen. Noch kann ich mir das alles nicht so wirklich vorstellen. Es klingt ziemlich verrückt und Heike wird den Kopf schütteln, denn zusätzlich haben wir überlegt, mit Maja und Mateo und Bernd nach Vietnam zu fliegen, da Maja dort auf der Hochzeit ihrer vietnamesischen Schulfreundin eingeladen ist und die Traurede halten soll. Wir würden das dann auch mit einem Urlaub in Vietnam verbinden. Ich finde es auch etwas abwegig, vor allem so einen langen Flug in der heutigen Zeit und mache mich auf Kritik eurerseits gefasst.

 

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2 Kommentare

  1. Beate sagt:

    Diese Geschichte mit der Leihmutter hat mich sehr bewegt. Ich will noch eine andere Euch zukommen lassen, die die Problematik des Themas beleuchtet. Im Soiegel war ein sehr oberflächlicher Beitrag dazu zu lesen…
    Dass Du Maja so viel wie möglich sehen willst und auch sie sich einen regelmäßigen Kontakt wünscht, kann ich sehr gut nachvollziehen! Das fällt ja auch nicht unter Urlaub, es entspricht der neuen Realität, dass Maja auf einem anderen Kontinent lebt!
    Hubert schaut für meine Begriffe gar nicht danach aus, dass er am Steuer schimpft! Ich kannte das, wenn ich mit meinem Cousin unterwegs war und es hat mich stets nervös gemacht!

  2. Renate sagt:

    Mir ist das mit der 60jähtigen Frau auch unverstöndlich. Das einsetzen der Eizellen geschah anscheinend nicht in Deutschland. Ich weiß auch nicht ob das hier gehen würde. Verstehen kann ich deinen Wunsch deine Tochter und deinen Enkel so oft wie möglich zu sehen und dass du das alleine zum Schliersee zu fahren, genossen hast.

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