Alltag und die Trauer

Anstrengende Yogastunde, dieses ewige halten ist so gar nicht das meine. Roswitha fragte mich, ob ich gemerkt habe dass sie besonders auf meine Rippe achtete. Ich habe es nicht bemerkt. Das sie jedoch noch mehr Wert auf unsere Atmung legte. Zu meiner Hausärztin, die mir die Radiojodtherapie statt OP vorschlug. Ein Beratungsgespräch im KH Martha Maria, die eine eigens auf Schilddrüse spezialisierte Abteilung haben, findet am Dienstag statt. Lindas 40. Geburtstag im Schrebergarten gefeiert. Linda ist wie ich, kein Feiertyp. Mit Respekt die Bisphosphonate geschluckt, wie angegeben im Stehen. Die Reaktion erwartete ich zwei Tage später. Sie blieb jedoch aus. Mittag kam Gabi, die bei meiner Ärztin einen Termin hatte. Balkongespräch! Endlich wieder einmal ins Fitnessstudio gegangen und danach Luis abgeholt, sein Freund Korbinian ging mit uns. Er ist, im Gegensatz zu Luis, extrem langsam. Anscheinend hat seine Mutter mit ihm geredet, denn er ging erstaunlich flott. Programm wie immer, essen und Fußball mit Hintergrundmusik. Luis ging zu Korbi und Emilia durfte den Dackel von ihm ausführen. Linda mit Familie fahren mit Korbi und seinen Eltern ins Allgäu. Linda fragte Emilia ob sie eine Freundin mitnehmen will. Nein sie will nur Cilli, den Dackel. Kinder weg, gab uns Gelegenheit über Edeltrauds Zustand zu reden. Linda ist auch so traurig. Sie besuchten sie und waren erschrocken wie sehr sie sich verändert hat. Mir geht sie auch nicht mehr aus dem Kopf. Auch heute in der Schreibgruppe nahmen mir Trauer und Fassungslosigkeit die Stimme.

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2 Kommentare

  1. Heike sagt:

    Mit Yoga, Atem, Rippe, Schilddrüse, Osteoporose und Fitnessstudio ist der große Lebensbereich „Körper“ extra stark vertreten; desweiteren „Familie“ mit Linda, Luis und Emilia in ihren persönlichen Eigenheiten, deine und der Kinder „Freundschaft“ – und dann der Tod, der im Raum steht und auf seinen Moment wartet. Ein Mensch, der geliebt wird und noch gebraucht werden würde. Ihr Dahinscheiden – nah am eigenen Alter und Leben – geht besonders nah und ist unvorstellbar. Mit diesem Unfassbaren sind jetzt auch die Kinder konfrontiert, bereits zum zweitenmal in ihrem Leben. Sicher sehr verschiedene Beziehungen, aber doch immer nur der eine Tod.

  2. Ines sagt:

    Emilia will dann sicher auch einen Hund haben oder auch nicht. Gut, wenn sie mal mit dem Dackel verreist um festzustellen, ob es auf Dauer auch Spaß macht. Traurig, dass die andere Oma der Kinder nicht mehr lange leben wird. Bestimmt kannst du den Kindern und Enkel helfen, das zu verarbeiten.

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