2026-06-28 – Affenhitze mit kollapsartigen Zuständen – Michael endlich zurück – Fuß lässt mich nicht schwimmen
Am Sonntag Frühschoppen mit Birgitta ím Schatten bei Giovanni am Brunnen, wo ich letztens mit Renate saß. Zufällig dort Martina mit Freunden incl. Chorleiter getroffen – im Vorbeigehen Chornacht „evaluiert“. Birgittas Haus mit Treppe ohne Geländer; eine in die Wohngemächer; sogar eine in den Zaubergarten – scheidet aus. – Ich blicke erfüllt auf die letzten Tage, vielleicht auch auf die letzten 69 Jahre. Viel erlebt, viel gewonnen, viel verloren. Ich habe nicht alles, aber alles, was ich habe/ nicht habe, ist mir WESENTLICH. Vielleicht ist sogar das, was ich nicht (mehr) habe, besonders charakteristisch.
Mo Chor. Eine hat aufgeschnappt, dass ich vor Unzeiten einen Akkordeon-Schnupperkurs gemacht habe. Ob wir mal zusammen spielen? – Reinhards Verlegung Stand heute: Mittwoch. Jemand sagt Freitag, ein anderer Dienstag. Allem muss Michael nachlaufen. Noro-Test positiv? Negativ? Wurde er überhaupt erneut gemacht? Ein Sauladen ohne Kommunikationsstruktur. Michael hat langsam die Schnauze voll. Zu Hause darf er nichts wegwerfen, und seien es vertrocknete Gewürze von anno dazumal, die die beiden „immer in Urlaub mitnehmen“. Diesbezüglich gab es eine Szene, infolge derer Michael abreisen wollte und Reinhard weinte. Alles selber bestimmen, aber körperlich-seelisch-geistig zu nichts in der Lage. – Ich bin geschafft von der Affenhitze!
Mittwoch. Diesmal wage ich es und schließe mich der 50-Jahr-Abitur-Feier meiner eigentlichen, ehemaligen Klasse an. Abgesehen von der herzlichen Begrüßung einige schöne Gespräche. Meine damals „beste Freundin“: nicht erkannt. Aus Beates Erzählungen hatte ich mir ihre Ausstrahlung negativer vorgestellt. Eine ruhige, pragmatische, etwas trockene Art – nicht ohne Originalität. Damals wie heute wenig berührbar, kaum Mimik. Erklärt das die Bedeutung des Hundes? Im Lauf der Zeit erkenne ich sie wieder. Sie war nie Flamme – eher ruhender Pol, Fels – so jemanden brauche ich seit jeher als Ausgleich. Sie geht schwer gebeugt. Strahlend herzlich Gabriela von Habsburg, die das „von“ aus dem Namen genommen hat. Die hübsche, charmante Christine ist merkwürdig dürr und sehnig geworden; sehr nett, aber auch sie erkenne ich nicht, ihre Stimme unvertraut; dazu dieses eidechsenartige, winzig gewordene Gesicht. Die ehemalige Star-Lehrerin – eindrucksvoll. Sylvette kam als Wiederholerin nach mir in die Klasse. Unsere Schwestern waren befreundet. Wir Kleinen haben Märchenplatten gehört, ihre Mutter buk legendär. Heute wie damals sehr apart! Viele haben gefehlt. Der Einladung in den Garten des einen sind wir nicht gefolgt, auch nicht die 75-Jahr-Schulfeier. Beate brachte uns klimatisiert heim, kurz vorm Kollaps – Regeneration dauert Stunden. Die Verbindung zu dieser Klasse ist geblieben – ab Ehrenrunde habe ich nur noch getan als ob. Erst saß Dodo bereits als Wiederholerin drin, fiel aber erneut durch. Die meisten anderen waren Notnagel.
Donnerstag tote-Fliege-Tag, nur abends Tietze-Lesung Tolstoibibliothek. Renate und Beate mussten absagen; nur Susanne (mit Karl) und Dörthe, auch Martha. Erstaunlicherweise rappelvoll. Ventilatoren, Fächer. Danach zu viert beim Vietnamesen (!) – tropisch! – von Karl wohltemperiert heimgebracht. – Telefonat mit Michi. Polizei vor der Tür. Fahrerflucht!? Entsprechend die Nacht. – Freitag: ratlose Korrespondenz bzgl Ines – Total-Absage zum 60., das ist schlimm. Diese irre Hitze lässt die Tage im dunklen Käfig verstreichen.- Kaum ist Reinhard verlegt, wird er wieder unverschämt. – Ich erreiche Michi nicht. Was ist passiert? Schlüssel verloren, ein Nachbar hat ihn gefunden! – Wenn nur der Zug nicht strandet, die Klimaanlage nicht streikt. Der heißeste jemals in Deutschland gemessene Tag. Eine Tortur. Erstmals fühle ich mich von Warnungen „fürs Alter“ betroffen. 80:60 Blutdruckabfall. – Samstag kommt Michi zurück. Spätimbiss auf dem Balkon. Die Welt ist wieder in Ordnung. Mit ihm wollte ich es heute wagen. Kurz nach sieben zum See mit Tram, Zug, Bus. Die wenigen Wege zu viel; Stege gesperrt, über Steine kann ich nicht. Zuletzt über den einzigen überfüllten Steg – und – der Fuß macht nicht mit. Ich glaubte, hoffte, Schwimmen würde guttun – es geht nicht. Da habe ich geweint. Das zehrt an den Nerven.
Ich habe nicht verstanden: Fahrerflucht? Polizei vor der Tür?
Die Tage so beschwerlich , heiß, und Deinem Fuß geht es noch immer nicht besser!
Wir haben die Hitzequalen am Telefon und die Fahrt nach Tutzing so gut geteilt!
Schön, dass Michael zurück ist!
Die Sache war suspekt. Die Polizei ging einer „Anzeige“ nach. Nichts war Michael passiert mit R.’s Auto. Fahrerflucht würde er nie bewusst begehen. Jetzt heißt es warten.
Ich hatte auch mal so eine“Anzeige“- das war ein versuchter Betrug- ist aufgeklärt worden durch diverse Untersuchungen – vor Gericht wurde mir auf der ganzen Linie Recht gegeben.
Vieles haben wir telefonisch schon besprochen. Ich habe die Nachrichten aufmerksam verfolgt, ob wieder Züge evakuiert werden mussten, oder Klimaanlagen ausfielen. Nein! So kam Michael ohne Komplikationen heim. Dein Blutdruck ist doch inzwischen auf ein gesundes Niveau geklettert? Es tut mir so leid, dass selbst schwimmen deinem Fuß nicht guttut. Frustrierend weil du nicht weißt was er eigentlich hat.