Bedrückte Stimmung, „Zaz“ auf Tollwood, Fahrradsturz, erfolgreicher Enkeltag
Bis Mitte der Woche war ich bedrückt, ohne genau zu wissen, woran es lag. Mit Hubert gab es mehrere Reibereien und Missverständnisse. Dagegen sind Sören und ich bei unserem Mittwoch ein harmonisch eingespieltes Großelternpaar. Dass Mateo einen Mageninfekt hatte und so gut wie nichts mehr gegessen hat und immer mehr abmagert, hat mich belastet. Auch die bevorstehende Auswanderung kann ich langsam nicht mehr verdrängen, wobei mir der Abschied nicht nur von Mateo, sondern auch von Maja an die Nieren geht.
Am Donnerstag änderte sich meine Stimmung. Hubert und ich hatten Konzertkarten für „Zaz“ auf Tollwood, wohin wir mit unseren Fahrrädern gefahren sind. Auf dem Rückweg gerieten wir in ein schweres Unwetter, bei dem wir beide durch einen umstürzenden Bauzaun verunglückten und vom Fahrrad fielen. Ich kann nur froh sein, dass ich einen Helm auf hatte, denn sonst wäre ich nicht nur mit Prellungen davon gekommen. Es waren gleich Passanten bei uns, die sich rührend gekümmert haben. Da wir alle Körperteile bewegen konnten und die Räder nicht schwer beschädigt waren, fuhren wir noch fluchend durch den krassen Regen eine halbe Stunde weiter und kamen durchnässt und durchgefroren zu Hause an, wo wir unsere Verletzungen begutachteten und versorgten. Das überstandene Unglück und die Erleichterung, dass wir keine schweren Folgen davon getragen haben, hat etwas an meiner Stimmung zum Guten geändert, auch wenn mir der Unfall noch nachgeht. Am Freitag traf ich mich mit Maja und Mateo beim Kinderschuhladen, wo wir für Mateo neue Schuhe und Sandalen kauften. Die ersten Schuhe sind jetzt bereits zu klein geworden. Abends noch essen gehen mit Sascha und Patricia, was sehr nett war. Am Samstag holten wir Mateo schon um 8 Uhr morgens zu uns, weil das Umzugsunternehmen die Möbel für die Verschiffung nach Amerika abgeholt hat und Mateo aus dem Weg musste. Bis 14 Uhr hatten wir einen richtig schönen Tag mit ihm inklusive Frühstück, Markteinkauf, Spaziergang an die Isar mit Steinchen werfen, Mittagsschlaf im Kinderwagen und Mittagessen. Ich war mehr als froh, dass der Kleine alles toll mitgemacht und zudem noch gut gegessen hat. Nachmittags war ich mit Maja im Musical im Deutschen Theater, das hatte sie mir zum Geburtstag geschenkt, eine Tradition von uns beiden. Diesesmal gab es das Beatles Musical, was uns beiden wieder gut gefallen hat. Abends mit Hubert auf der Terrasse gespeist und den Tag gefeiert.
Mich berührt merkwürdig, dass der Unfall, der zwar dramatisch, aber Gott sei Dank nicht tragisch verlaufen ist, eine Zäsur zwischen der Bedrückung der ersten und einer zweiten Wochenhälfte quasi „alles wie immer“ markiert. Als hätte sich – statt einer konkreten Vorahnung – schon etwas aufs Gemüt gelegt. Von außen betrachtet klingt es wie ein Weckruf, den ihr fast „wegzustecken“ scheint. Erinnert mich an ein Kind, das vor meinen Augen mit dem Fahrrad um ein Haar überfahren wurde und es – aus meiner Perspektive – nicht mal mitbekommen hat. Ich kenne die Eltern und bin überzeugt, dass sie bis heute nicht wissen, dass es mit ihrem Kind um den Bruchteil einer Sekunde hätte vorbeisein können. Euer Unfall klingt schockierend.
Euer Fahrradunfall ist jetzt der dritte innerhalb eines Monats, in meinem Umkreis: Janni, und Sabine hatten keinen Helm auf und landeten im Krankenwagen. Wie wichtig es doch ist, durch den Helm geschützt zu sein!
Und nun steht der baldige Abschied von Mayas Familie an. Der noch gelebte Alltag mit Betreuung von Mateo, Schuhkauf und Theaterbesuch, gemeinsamen Unternehmungen findet ein Ende, das hat mich sehr berührt
Du hast heute von dem Unfall erzählt. Gott sei Dank seid ihr mit Helm gefahren, ohne wäre es nicht so glimpflich ausgegangen. Bewegend auch die Menschen, die euch geholfen haben.