20-04-26-CoTaBu-Himmelblau und schreib-lese-vor-freudig
Es zwitschert. Es glänzt. Samstag wieder vorbeigestrichen. Die positive Bewertung fehlt bei mir, muss ich mir noch abkupfern, daran arbeiten oder gerade das Gegenteil. Was ist das Gegenteil? „Aber dann muss man ja auch noch Zeit haben, einfach dazusitzen und vor sich hinzuschauen“, so klang es bei Astrid Lindgren. Blaise Pascal wird auch nicht nur in die Luft geschaut haben. Meine fixe Idee: wäre Ordnung, dann ginge der Rest leicht. Stattdessen klingelte – ungewohnt – das Telefon immer dann, wenn ich mir gerade einen Tritt Richtung Ordnung gegeben hatte. Dann beneide ich Renate immer still ums Zeitunglesen. Hab mir also DIE ZEIT gekauft (welch reizendes Wortspiel!), mit der ich seit Tagen kämpfe, die überall herumliegt, MIT Anstreichungen, Ausschneiden folgt. Darin das Neugebore in Jakarta mit Gesichtsschutz. Außerdem tausenderlei, was meine Petition befeuert und den Brief, den ich wohl erst nächste Woche schreiben soll. So habe ich vorerst einen anderen geschrieben wie jede Woche. Die Petition umständlich, da leg ich mich gleich wieder hin. Außerdem: wofür entflamme ich ich eigentlich für all die wunderbaren Dinge, wenn ich sie sofort wieder vergesse? Soeben wieder gesucht: wie hieß das Gehirnareal, das bei Meditation, bei diesen „indianischen Zuständen“ gefragt ist, das die Ruhe verlernt, wenn wir immerzu rödeln. Es kam auch in einem Forschungsbeitrag über psychedische Drogen vor. Hatte zwar das obligatorische Heftchen neben Glotze bei der Hand, aber dann fehlte Stift (wie bei „Edeltraud“). Manche sagen, Heike schreibt IMMER. Festhalten, merkenwollen, horten, sammeln, nüscht hergeben…alles das Gegenteil zu Ines. „Glaubte schon, Stift verloren…glaubte schon, Haare grau…“ so rührte mich kürzlich Hölderlin an. Ich stelle mir vor ich käme in die Beatmung und mir träumt: glaubte schon, Stift verloren. – Gärtner Wagner sagte, sie arbeiteten 16 Stunden am Tag und er habe fünf Leute einstellen müssen in den letzen Wochen.
Vor kalter Sophie – nur kleine Dinge ins Moos. – Eine Handvoll Weiß.
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