Luxus-Ambiente und HP8

Der Nebel wollte sich weder gestern noch heute auflösen am Schliersee. Der See, auf den wir sonst schauen, war nicht zu sehen durch die dichte Nebenwand. Gestern morgen hab ich mir neue Wanderstiefel gekauft, die ich am Nachmittag gleich bei einer kleinen Wanderung eingeweiht habe. Oh wie taten mir die Füße danach weh. Ich hoffe, ich habe mich nicht total verkauft mit den Dingern, muss sie jetzt mal eine Zeitlang einlaufen. Im Geschäft hatten sie sich super angefühlt. Gestern Abend waren wir bei den Schlierseer Nachbarn eingeladen. Sie haben vor einigen Jahren das alte Häuschen des früheren Nachbarn gekauft und abgerissen und über eine endlos lange Zeit nun ein neues Haus gebaut und eingerichtet. Selten habe ich so eine geschmackvolle, künstlerische und bis in jedes Detail edle und individuelle Einrichtung gesehen. Neben dem wirklich beeindruckenden Ambiente, gab es ein 3-Gänge Menue, was die Frau so nebenbei gekocht hat während wir uns unterhalten haben, Suppe mit Jakobsmuscheln, Risotto mit Kürbis und geröstetem Salbei, eine Apfeltarte, dazu eine passende Abfolge von Champagner und Weinen. Die Unterhaltung war erstaunlich lebendig und einfach, so dass wir uns beim Abschied um halb eins versichert haben, uns bald wieder zu treffen. Verglichen mit deren Luxushaus kamen wir uns im Schliersee-Häuschen wie in einer Berghütte vor. Vielleicht war es der Luxus der Nachbarn, der uns dazu verleitet hat, heute früh Karten für die neue Isarphilharmonie online zu kaufen für 92 Euro pro Karte. Als wir zurück in München waren haben wir gleich einen Spaziergang zum neuen HP8 gemacht. Die Isarphilharmonie ist ein unansehnlicher grauer Klotz von außen, aber das Foyer in dem alten Backsteingebäude hat was. Man konnte sich das Gebäude heute von innen ansehen, vielleicht habt ihr es schon in der Zeitung gesehen. Während Hubert noch im Fitnessstudio war, hab ich mit meinem Vater telefoniert und meiner Mutter eine lange Whatsapp-Nachricht aufgesprochen. Wäsche, Sommersachen gegen Wintersachen getauscht, gebügelt. Gleich koch ich mir was. Hubert trifft sich mit einem alten Freund, der sein Herz ausschütten will. Mir passt es gut, wenn ich ein paar Stunden allein bin.

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3 Kommentare

  1. Heike sagt:

    Ich bin sicher, dass es sich in einer Berghütte glücklicher leben lässt als im geschmackvollsten Luxus. Aber wenn Menü und Gespräch lebendig und mühelos waren kann man über den ganzen „Quatsch“ hinwegsehen, dann ist es gleichgültig, ob schlicht oder edel. Dieses „Provisorium“ für 40 Mio Euro wurde – war es in Kulturzeit? – vorgestellt. Es soll akustisch ein Traum sein. Dieses Leben ohne eigenen Rückzug ist mir schwer vorstellbar, auch wenn es noch so friedlich und liebevoll zugeht. Immer darauf hoffen zu müssen, dass sich die Tür mal von außen schließt…

  2. Beate sagt:

    Mit den Karten für die Isarphilharmonie liegt Ihr sehr richtig. Meine Freundin Sabine war bei der Eröffnung und hat mir phantastisch schöne Fotos geschickt . Und die Akustik muss großartig sein!

  3. Renate sagt:

    Mit neuen Schuhen wandern ist ein Risiko. Hoffe du hast dir keine Blasen gelaufen. Luxushaus, stilvolle Einrichtung, eine begnadete Köchin und gute Unterhaltung, das klingt gut. Ich weiß nicht ob es das oft gibt.

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