21-12-15-CoTaBu-Das neue Gesetz, „meine Ehrenamtlichen“als die Ersten
Kürzlich hat sich Nicole aus dem Ehrenamt verabschiedet. Seit Corona in ihrem Job überlastet, pausierend bisher, situationsbedingt. Wir haben immer Kontakt gehalten. Ich mochte sie sehr. – Wenn das neue Gesetz zur Impfpflicht in Kraft tritt, werden wir ein Drittel unserer Ehrenamtlichen seit März 2020 aus diversen Gründen verloren haben. Gestern hatte ich abends Gruppe, heute nochmal. Dem ersten Teil der Ehrenamtlichen habe ich meinen Abschiedsplan mitgeteilt. Abgesehen von Angelika, die traurig tat – (wir können uns nicht riechen! Dass sie bei uns gelandet ist hat nur mir ihrer Hartnäckigkeit zu tun: sie abzuwehren hat schon brutale Abwehrmaßnahmen meinerseits erfordert, die an ihr abprallten; jetzt ist sie obendrein seit drei Wochen HP-Psycho und „Spezialistin“, so nervig), waren die anderen aufrichtig betroffen. In letzter Zeit kursierten im Haus Aussagen wie: wenn Herr Linnemann ginge, dann wollten andere auch gehen. Etwas dieser Art zeichnete sich gestern auch ab als emotionale Solidaritätsbekundung. Nur Angelika, als „Therapeutin“, faselte und phrasierte von den tollen Dingen, die kommen werden und dass es richtig sei, wenn es mir mein Herz sagt. Gäääähn! Die Mauer des Schweigens zwischen Therese und mir macht die Sache nicht besser. Es ist schwer Zuversicht zu vermitteln, wenn ich selber alarmiert bin. Gregor hat bei ihr kürzlich im Gespräch freundlich zugestimmt, dass es eine Ansprechpartnerin im Haus geben werde für die Ehrenamtlichen und eine bei der Caritas. Er ist zwar ein Charismatiker, aber kein Systemiker. Hatte ich es nicht mit ihm detailliert bespochen? Dass man das verhindern muss, wenn man nicht – statt nur mich in Vergangenheit – sondern auch Anna in Folge incl. dem gesamten Ehrenamt in Zukunft in diesen Spagat treiben wolle? Die Zeiten sind unwirtlich. Manch einer hat mit der Situation genug Probleme, auch privat. Einer seit Monaten Opa: Schwiegertochter mit postpartaler Depression und nach Schwangerschaftspsychose in der Psychiatrie. Auch er ist anderweitig gefordert.
Wir haben heute im Hospiz über einige Themen gesprochen, deshalb kein Kommentar.
Jetzt wissen es also auch die Ehrenamtlichen. Dein Aufhören wird immer realer. Was wohl aus dem Hospiz wird, wenn so viele aufhören und du dann auch nicht mehr da bist. Das sind echt schwierige Zeiten.
ach, was ist da über Dich hereingestürzt! Scheinheiligkeit und Abschied und Phantasien, wie es weitergeht oder auch anders, aber nicht besser. Nicht auszuhalten! So schaut in die Rente gehen aus…