23-10-14- Welt in Flammen – Schreibgruppen, Petrenkos Mahler – Ingo krasser als Fabian – Bine

Beim Wahlgang alle „unter Verdacht“. Sorge groß, Ergebnis entsprechend. Jetzt können wir nicht mehr alles „dem Osten“ in die Schuhe schieben – diskriminierend genug. Ein schreckliches Spektakel, auch „die Grünen als Feindbild“. – Inzwischen tobt Krieg im Nahen Osten. Und wir – die westliche, die „bessere Welt“, klatschen Beifall, wenn Israel sagt: „Wir werden sie zerquetschen. Diese menschlichen Tiere.“ Für Millionen Araber gilt eine andere Sicht. Soll nur unsere die richtige sein? Vor Kurzem hatte ein israelischer Politiker wieder gesagt: „Jerusalem gehört uns.“ Wie kann man behaupten, dass dieser wahnsinnige Anschlag „aus heiterem Himmel“ kommt? – Jetzt brennt es also von verschiedenen Seiten. Furchtbare Sorge!

In meiner samstäglichen Schreibgruppe lockern sich die Sitten – so kommt es inzwischen vor, dass ein ungebetener Ratschlag zu einem Leid fällt, das gewürdigt werden will. Diese neue Tendenz muss aus der Welt. – Montag aufgrund einiger Absagen zu viert bei Aetas. Trotzdem oder deshalb besonders schön.

Sonntag Akademiekonzert im Nationatheater, 5. Reihe. Noch nie so ein riesiges Orchester erlebt; dazu ein gewaltiger Chor, eine Extragruppe Tölzer Knabenchor; 8 SolistInnen. Mahlers Symphonie („der Tausend“) Nr. 8., Kirill Petrenko. Als erstes hatte ich von der Ferne eine Ärtzin der Palli gesichtet, dann hinter uns Prof. Schlemmer, den Chefarzt, Nese, die Exkollegin; den Lobesreden war zu entnehmen, dass „seine Königliche Hoheit, Herzog Franz“, Schirmherr ist (wie auch des Hospizes). So war ich auf den „worst case“ gefasst, noch nit Gregor mit seiner neuen Flamme zusammenzuprallen (wie hin und wieder in scheußlichen Albträumen) – war dann aber nicht so. – Vollkommen anderes Publikum bei Mahler als bei Oper oder Ballett! Lag es am „Akademiekonzert“? An Petrenko, der – man spürt es – geliebt wird? Er nimmt auch mich sofort ein. Klein, zart (wie Mahler?) von Physiognomie; eine phänomenale Aufmerksamkeit für „sein“ Orchester, vergisst keinen, hat bei diesem Megakorpus jeden im Blick, unglaublich gespannte, freundliche Mimik, ich mochte ihn, wie man einen Fremden MÖGEN kann. Wie er beim Schlussapplaus auf jede und jeden die Aufmerksamkeit lenkt, der zur Begeisterung beigetragen hat. Schön oder nicht – ein überwältigendes Erlebnis.

Räumen ohne Ende, wahnsinnige Fußprobleme. Verschleißerscheinungen. Ein Bad, steril wie im Krankenhaus.

Durch Fabians Situation mit Ingo verstärkte Kommunikation, keineswegs nur „nett“. Ingo war für die Beantragung der Besuchsbewilligung für den praxisfreien Dienstag zu spät dran. Der Staatsanwalt ließ sich zudem Zeit. So kam erst eine für Freitag, (Praxis schließen). Ich laufe ihm wegen Vollmacht (z.B. für Post) hinterher; denke allein, schreibe das, leite es an ihn und den Anwalt. Ingo sagt „schon ok“, hat es offensichtlich nichtmal angeschaut. Ich sage dreimal, er soll Fabian ausrichten, was ich mit Daniela wegen Klamotten besprochen habe, auf die mich inzwischen sogar der Anwalt anspricht. Ingo soll fragen, ob man am WE was abgeben kann. Hinterher tarocke ich wieder nach. „Sorry, vergessen“. Dagegen ist Fabian ein Musterknabe an Zuverlässigkeit. Es nervt. Wenn er dann anruft springe ich, weil ich froh sein muss, ihn „dran zu kriegen“. Nichts, was ich nicht mit Fabian genauso – früher – täglich erlebt habe. Hoffentlich werde ich nicht zusehr reingezogen. Zunächst wäre mir gar nicht eingefallen, mich reinzuhängen. Ich habe mich durch Ingo anheizen lassen. Jetzt strampele ich mich ab und er „vergisst, sorry“. Bestimmt hat er auch die Bleistifte vergessen.

Bine, Samstag Mittag, im Anmarsch. Sie war ein paar Tage in Mittenwald – gebirgssüchtig – heute Treffen ihrer Meisterklasse im Ratskeller. Sie bleibt bis Mittwoch. Morgen kommt Norbert, ihr Freund und Kollege, zu Mittag.

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2 Kommentare

  1. Ines sagt:

    Der Ausgang der Bayern Landtagswahl und die fürchterliche Situation in Israel und Gaza machen mich richtig fertig. Die Kommunikationsprobleme mit Ingo habe ich nicht verstanden. Wozu hast du dich anheizen lassen und wo wirst du hinein gezogen? Dass es in puncto Zuverlässigkeit bzw Vergesslichkeit Ähnlichkeiten zwischen Vater und Sohn gibt, wundert mich nicht. Das Räumen scheint einfach kein Ende zu nehmen. Und die Fußschmerzen o weh.

  2. Renate sagt:

    Die Reaktion Israels auf das Massaker genauso verwerflich, wie das Massaker der Hamas. Gewalt gegen Gewalt, kann nicht die Lösung sein. Dieser Konflikt scheint nie zu enden. Die gesamte Region ist in Aufruhr. Es ist so beängstigend. Und bei uns das Wahldesaster. Du bist doch schon mittendrin, was Ingo und Fabian betrifft.

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