Schwierige Begegnungen und ein runder Samstag

    Es ist Sonntag. Ich sitze mal wieder im Zug. Nach Oberhausen geht es diesmal. Zu der Gesamtschule mit den vielen Schülern aus vielen Nationen und der resoluten Lehrerin, die mit Strenge und Warmherzigkeit die renitentesten zu Disziplin und Erfolg führt. Ach, ginge Janni nur bei ihr in die Schule!
    Die Woche begann damit, dass ich Haira zum Shoppen bei Schustermann überredete. Zum Einen kaufe ich gerade sehr gerne neue Kleider ein, zum anderen war schon im Vorfeld klar, dass Haira über ihre böse Freundin lästern will, die ihr angeblich alles im Internet durcheinander gebracht hat, aus Neid und Eifersucht- dass sie einen Virus durch irgendeinen Link auf dem PC hat, will sie nicht wissen, der Virus hat einen Namen- den ihrer Freundin. Nach langen Einkäufen in den beiden Gebäuden halten sich diese Vorwürfe rein zeitlich in Grenzen.
    „Sie ist völlig verrückt, aber auch lustig und interessant“ sagt Susi, die einen Stand am Viktualienmarkt hat, am nächsten Tag zu mir, als ich ein Brot bei ihr kaufe. Susi kennt Haira über die Papenheimer, ein oberpfälzisches Adelsgeschlecht, über das Hairas Mann und mein Freund Reinhard seit Jahren forscht.
    Am Mittwoch hatte ich Zeit, ausgiebig einzukaufen und zu kochen. Es gab Hühnerleberpastete, Semmelknödel und ein großes Huhn, am nächsten Tag noch lang gekochte Hühnersuppe von den Resten.
    Ein langes Telefonat mit Ruth, meiner Freundin aus Zypern, die nach ihrem Yoga retreat in Südfrankreich strandete, weil die Lufthansa streikt.
    Und dann am Donnerstag ein weiteres Treffen mit Sabine. Weil im neuen Stadtcafe die Küche früh schließt, waren wir auf dem Weg zu einem anderen Lokal. Ich konnte meinen -Augen nicht trauen, am Rand der Straße standen ein paar Leute und unter ihnen Heide, die uns gleich mit auf die Vernissage, die da wohl gerade im Gang war schleppen wollte. Sabine schüttelte den Kopf und meinte in ihrer mir gut bekannten Art ganz schnippisch, wir hätten was anderes vor. An diesem Abend trank ich drei Gläser Weißwein, was mir nicht bekommen ist.
    Am Samstag wollte ich mich nur mit nicht anstrengenden Menschen umgeben, heißt, ich ging sehr lang mit Sirena im Nymphenburger Park spazieren, zum Mittagessen ins Romans und anschließend fuhr ich nach Freising und saß mit Gabi auf einer traumhaften Terrasse am Domberg mit Blick auf einen Storch, der auf der Spitze der benachbarten Kirche sein Nest gebaut hat. Bei der Heimfahrt fiel mir siedend heiß ein, dass ich ja noch zum Kartenspielen verabredet war. Auf den letzten Drücker kam ich im Großwirt an. Da tobte der Bär. Das Lokal war voll mit Leuten in Tracht, die das“Mid- Oktoberfest“ feierten. Zu ging’s da! Beim Kartenspiel habe ich voll verloren. Ich bin eine schlechte Verliererin.

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