2026-04-25-Chöre und Schreibgruppen – Susanne und Lily – neuer Herd – Friedhof und Gefühlsausbruch

Ein trister Sonntag, vor den Fenstern aber explodiert leuchtendes Grün. Kürzlich ergriff mich die Begehrlichkeit nach einem neuen Herd. Promt fiel Umluft aus. Endlich ein Grund – ein Herd für ein Samstagsseminar! Die Internetrecherche beginnt. – Bei Nachbarin Bettina Geschirr geholt; ausgiebig sitzen geblieben.

Die Woche hat noch nicht begonnen, schon wächst mir das Programm übern Kopf. Morgens Chor, mittags Susanne, abends Aetas. Ich schlafe schlecht, ab 4:00 wach. Wegen der Wohnung, und weil ich mir Sorgen über die Sorgen meiner Mieterin mache; mit ihr habe ich mein Ansinnen besprochen, Besichtigungstermin steht. – Bei meiner „Stimmpflege“ dringt Vergleichbares aus Michaels Zimmer: zweite Gesangsstunde.

Am Montag musste ich mich zur abendlichen Schreibgruppe überwinden, die dann besonders glückte. Willkomm der beiden Neuen zum Schreibthema gemacht, statt sie, wie manchmal, sang- und klanglos einzufädeln. Diesmal wollte ich das erkennbar gestalten. Ich hatte die Gruppe zu entsprechenden Impulse aufgefordert, was in Gestalt eines Fontane-Spruchs geschah. So konnten sich die Neuen zeigen, die Alten begegneten ihnen interessiert, was sich in einem gewachsenen Kreis keineswegs von allein ergibt. – Am Dienstag hatte ich Martha gebeten, mich im Chor zu entschuldigen, zumal mir die Überforderung vom letzten Mal in den Knochen saß und ich entgegen meines Vorsatzes Orlando nicht nochmal durchgegangen bin. Aus Angst, den Anschluss zu verlieren, habe ich mich letztlich doch gezwungen und wurde belohnt. Es kamen andere neue Lieder dran. Die gellende Sopranistin saß/stand weiter weg, entschulidgte sich, aufgrund einer gehaltenen Stadtführung nicht ganz bei Stimme zu sein. Leider klopft, tippt, zählt und summt Martina unablässig mit, deren stimmliche Führung ich ansonsten schätze. Eine Zumutung: sei es die offenkundige Streberhaftigkeit, sei es, weil mich ihre Hilfsmaßnahmen stören. So entwickeln sich die Chöre zum Feld kontinuierlicher Übung in Toleranz. – Mittwoch bei Lily zur Mittagspause auf ihrem süßen Balkon, auch Michi ist verabredet. Bettina isst unterwegs zum Arzt. Wir bringen es nicht mehr ohne Weiteres fertig, Essen einmal abzusagen. Wie schnell wird „Verlässlichkeit“ zum inneren Zwang! – Am Donnerstag kommt der neue Herd. Der auserkorene reduzierte Luxus-Bosch stand zwar im Mediamarkt, war aber nicht lieferbar. Also Beko. Nur eine Ausziehschiene, wozu braucht man auch drei. Selbstreinigung? Stundenlang auf 400 Grad heizen, regelmäßig, erscheint energetisch als Irrsinn. Enttäuschend, dass man ihn selber auswischen muss! Donnerstag früh verzögerte sich die Lieferung alle Viertelstunden. Morgens gekocht (und geliefert) – wissend, dass es mittags eng werden könnte. Nun soll der Herd „einbrennen“, das stinkt. Die Kochplatte hat eine andere Größe als die alte – Zusatzarbeit für die jungen Männer. Durchs Sägen der Arbeitsplatte ist alles mehlfein eingestäubt, also nochmal putzen, womit wir uns schon vormittags die Zeit vertrieben hatten. Jetzt Risotto: Rindfleisch, Spargel, Bohnen, Sellerie und Champignons.

Am Donnerstag Rosenstammtisch. Nach 2 1/2 Stunden ist mein Ohr an seiner Grenze. Abends kommt Jakob für eine Nacht; um 7:30 weiter nach Bozen, Samstag spät zurück, Sonntag Abend weiter nach Rotterdam. Zug nach Santa Lucia; erinnert an Lucio Dalla, ich lege ihn bei Youtube ein. Die Italien-Zeit, der kleine Fabian, das Hin- und Her mit Ingo, Affäire mit seinem Freund Werner, von dessen Tod ich kürzlich erfahren habe. Erinnerung überwältigt mich überfallsartig. – Am Freitag am Friedhof Erde aufgeschüttet, Hornveilchen gepflanzt. Melanies Grab besucht. Danach unsere Korrespondenzen gelesen/ abgehört. Nicht seelenlos phrasenhaft, überraschend substanzvoll. Bettina (Ehrenamt) hat mir ein Bildchen mitgebracht. – Gottlob habe ich Alexandra an meinen Sa-Workshop erinnert. Sie hat einen neuen Hausschlüssel, muss also extra in die Praxis radeln. Mir fällt eine Vase um – wahnsinnige Aktion, alle helfen mit; dann doch noch fruchtbare, bewegende Schreibstunden. Michael kommt mit Badehandtüchern, um sie unter den Teppich zu legen. Es geht ums Parkett. So wird es spät. In die Tram steigt zufällig Beate! – Deutschstunde. Wahnsinnige Fußschmerzen.

 

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