Sturz, Erbschein und blühender Garten
Begonnen hat die Woche stressig, was sich gleich mit einem Sturz vom Rad geäußert hat. Vor meinem Haus, auf dem Weg zum Yoga, bin ich gestürzt. Knie offen, Hose komischerweise ohne Loch. So nach und nach tat dann die Hüfte, der Arm, der Rücken weh. Yoga war dann nicht mehr. Anderes Thema: Für den Erbschein brauchen wir das Vermögen unseres Vaters, der vor 20 Jahren gestorben ist. Wir haben überlegt und dem Notar eine Summe genannt, nach bestem Wissen und Gewissen. Zu Joanna unserer Mieterin gefahren, um die Werkstatt unseres Vaters auszuräumen. Ein Blick zeigte uns, dass das sinnlos und viel zu anstrengend ist. Wir warten erst noch ab, was der Käufer will und lassen dann ggf, räumen. Es ist so eine action mit diesem Haus, mit dieser neuen Baumschutzverordnung, mit diesen Rückauflassungsvormerkungen im Grundbuch. Unsere Eltern haben vor 30 Jahren notariell alles geregelt, aber damals nicht verstanden was das alles bedeutet. Eva und ich akzeptierten damals den Willen unserer Eltern, nicht ahnend was das bedeutet. Wir werden es schaffen und hoffentlich das Haus noch in diesem Jahr verkaufen. Werkstatt nicht geräumt, stattdessen eine Nenntante besucht. Eine 96jährige, quirlige Frau, die wunderbare Geschichten von früher lustig und lebhaft erzählte. Mir geht der Donnerstag, Luistag ab. So schlug ich vor Luis nicht an der Schule abzuholen, sondern vor der Wohnung zu warten, damit er alleine heimgehen kann. Ist leider nichts geworden, da Luis starken Schnupfen hatte und ich nichts riskieren wollte. Mit Eva zu Edeltrauds Grab nach Bad Feilnbach gefahren. Robert erwartete uns. Inzwischen steht der Name von Edeltraud auf der Stele, an diesem schönen Ort. Nach Rosenheim zu Robert nach Hause gefahren. Auf der Terrasse, umgeben von Edeltrauds blühendem Garten, bei Kaffee und Kuchen, geredet, an Edeltraud gedacht und die Schilderung ihrer letzten Tage und Stunden von Robert gehört. Den Samstag mit Inge im Nymphenburger Park verbracht, bei einem sehr langen Spaziergang.
Zwanzig Jahre ist es her, dass Dein Vater starb und dann brauchst du noch Nachweise? Unglaublich, aber ich hatte auch viele Stolpersteine, an die ich vorher nicht im Traum gedacht habe. Gottseidank ist nichts Schlimmeres passiert, als du vom Rad gestürzt bist! Und Luis ist erkältet- die Wiesnzeit…Alina schreibt mir, sie hat es auch erwischt!
Der Sturz vom Fahrrad ist erschreckend. Wie kam es denn dazu? Die Patientenkinder sind, wie Luis, jetzt auch wieder viel krank, dadurch habe ich viele Absagen im Kalender. Hoffentlich klappt das mit dem Hausverkauf dieses Jahr, damit das Thema mal abgeschlossen ist. Schon krass was ihr alles nachweisen und beantragen müsst. Gut, dass du dich mit deiner Schwester so gut verstehst.
Es kommt mir durch meine eigene Reise vor, als wären dein Sturz und der geplante Luis-Donnerstag schon ewig her. Bist du noch grün und blau? Fürchterlich – nicht lang ist Ines‘ Sturz her – aufpassen! Und zäh, zäh, zäh…der Verkauf und die wahnsinnige Bürokratie, die bis ins Absurde geht. Immerhin hast du neue, wenn auch nicht „schöne“ Wörter unserer sonst so ausdrucksvollen Sprache dazugelernt.