2026-11-01-Junkies of dreaming – „Quilombos“ – Einflüsse der Welt und Welten innerhalb der Peergruppe – Mädel-Nachmittag mit Anna

Sonntag. Ines Beitrag gelesen, selber mit Kopfweh aufgewacht. Will ich nicht! Wurde besser. Kleiner Zwist mit Michael, der sich dann aber doch nochmal zur Auer Dult mitgekommen ist, als ich gerade beleidigt das Haus verlassen wollte. Zielgerichtet (Gewürze) – leider bei strömendem Regen. Fahrten mit Hindernissen. City: „Junkies of Dreaming“ – Teodor Currentzis probt Mahlers 3. mit seinem Utopia Orchester. Beeindruckend. Hinterher beschissen in Absteige „Sindbad“ in Bahnhofsnähe gegessen. Hatte ich nachts schon 12,5 Stunden geschlafen, folgte ein Mittagsschlaf von 2,5 Stunden statt endlich mal aufzuräumen. Brüder Karamasow. – Von gestrigen Nachrichten noch zerschmettert. Wie Israel vor den Augen der hilflosen Bewohner in Gaza deren Häuser sprengt; deren verzweifelter Appell an die Welt. Wenn ich nur wüsste, was wir tun könnten! Ich gehe bald in die Luft, wenn nochmal das Wort Antisemitismus in diesem Zusammenhang fällt. Wenige Tage voher Doku über die Riesendemonstrationen vor dem 7. Oktober 2023, als Hunderttausende in Israel gegen die Regierung auf der Straße waren. Dann kam das Massaker. Fortan war die Aufmerksamkeit der Bevölkerung und der Welt in der neuerlichen Katastrophe gebunden, diesmal auf das Leid durch den Feind von außen. – Zufällige TV-Sendungen, die mich nachhaltig bewegen. So auch über Kinder in Kirgisistan, deren Schulwege am Beispiel zweier Geschwisterpaare aufgezeigt wurden, jeweils pro Weg über zwei Stunden, lebensgefährlich; die einen drei zu Fuß über Eis und Schnee in der Obhut der „großen“ Schwester, täglich mit gefährlicher Flußüberquerung in der Gafahr einzubrechen; die anderen beiden Brüder auf einem Eselchen, das irgendwann nicht weiterwill – so gehen sie zu Fuß in Angst vor Kojoten usw. Eile, pünktlich in der Schule zu sein, hinterher, weil die Stallarbeit wartet; kärgliches Essen, drangvollste Enge in der heimischen Umgebung; das Wort Erschöpfung fällt an keiner Stelle. Das große Mädchen will Richterin werden, will „Armen helfen“ – selbst so arm, wie es sich hier niemand vorstellen kann.

Mo Chor. Da ich mich zur Einrichtung einer Whatsappgruppe zur Verfügung gestellt habe plage ich mich jetzt damit herum. Nichts ohne Hürden. – Ines sagte, ich schriebe oft, was ich nur vorhatte, dann aber gestrichen habe. Sollte ich eher schreiben, was ich vorhabe, was aber noch in den Sternen steht? Als eine Art Verpflichtung gegen mich selber? Oder nur von gelegten Eiern? Eigentlich wäre die innere Vorarbeit für schwer überwindbare Hürden (Widerstände) ein lohnendes, ehrliches Geschäft – vertraulich und deutlich WESENTLICHER als das profane Alltagsgeschäft. – Schande, Skrupel- und Charakterlosigkeit bei Audi! Man schämt sich, auch wenn man nichts damit zu tun hat. Gut gegangen degegen in Brasilien und Serbien. Auch in Berlin könnte es jetzt was werden!

Am Donnerstag ein Bild innerhalb einer Ausstellung von Benelisa gekauft. Ich hoffe, ich werde es mögen. Bereits Literatur dazu gesucht: Quilombos in Brasilien. Auch Emilian, Adrian und Lorena mit ihren beiden Kindern waren da, ebenso Jana, Emilians schwangere Frau. Die Schwester der verstorbenen Monika, meiner ehemaligen Studienkollegin, mit der ich vor zwei Jahren diese innige „WHats-App-Freundschaft“ hatte. – Seit Feitag ist Michael krank. Alles riecht nach Hühnersuppe, die ich zu seiner Genesung koche und selber gern esse. – Am Freitag Peergruppe – wie im wirklichen Leben prallen auch hier verschiedene Welten aufeinander – trotz großer Vertrautheit und herrlichster Bewirtung nicht zu leugnen. – Sa. Anna wollte übers WE kommen, wir mussten sie ausladen. So habe ich sie allein im Café Jasmin getroffen, nachdem sie sich in einer Galerie vorgestellt hatte; nach sensationellem Apfelstrudel zusammen ins Haus der Kunst gegangen, in der Goldenen Bar nochmal Kaffee getrunken. Sie traf dann ihre Freundin im Müllerschen Volksbad und kehrte spät in ihre abgelegene „Residenz“ zurück. – Sonntag (wieder?!) Auseinandersetzung mit Michael. Friedhof – gewisse Pflichtübung, zumal ich seit geraumer Zeit Widerstand verspüre – nicht gegen das Grab, aber dagegen, hinzugehen. Heute Blaskapelle mit dem unweigerlichen „Wir sind nur Gast auf Erden“.

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