2026-10-04- Morgenimpulse mit Susa – Telefonat mit Beate – seit Wilhelminen mit „Herzfaden“ im Bett – eine neue Fußballfanin
Donnerstag. Einerseits bin ich noch durchdrungen von den Erlebnissen des vergangenen WEs, inspiriert auch durch das neue Band mit Susa, mit der ich jetzt morgendliche Impulse austausche – mal ein Akrostichon, mal eine Anapher. Anregend, neue Textformen (evtl tgl wechselnd!) auszuprobieren und innerhalb derer wirklich persönlich zu schreiben. Andererseits laboriere ich schon tagelang an einem Infekt, mutmaßlich durch die Klimaanlage im Zug, die über Stunden Ohren, Augen, Kopf und Füße eiskalt angeblasen hat. Anders als manche „grippalen“, die einen zuweilen von einer Minute auf die andere überfallen, schleicht dieser Tag für Tag voran und nistet sich ein. Niesen, Hüsteln, Kopf- und Ohrendruck. Nicht sehr krank, aber auch nicht gesund. Die Hospizler-Innen hatten am Donnerstag ihr Treffen bei der guten, alten Friedel und schreiben begeisterte Freudentexte, Bilder fluten heran, es muss großartig gewesen sein, anders als je, wenn ich dabei war. Ingrid (und Christiane) erstmals dabei, das hätte mich gefreut. Ingrid hatte von unterwegs angerufen. Am Dienstag hatte ich die Wilhelminen noch geschafft – wunderschön bei Lioba. Danach fing es im Hals an. Gut, dass Martha nicht da war, die schon länger krank herumzieht. Ich hätte sie sonst als Ansteckerin verdächtigt! Mit diesem Befinden fiel und fällt Chor weiterhin flach. Morgen, Montag, wollte ich Thomas nach langer Zeit treffen. Das habe ich – Sonntag früh – abgesagt.
Hier stürzt jeden Moment der PC ab bzw das Open Office Programm. Ich schreibe kaum ein Wort, schon erlischt der Bildschirm. Gestern habe ich an einem Zettel mit Angeboten für 2027/28 gearbeitet. Schließlich wurde das Weiterarbeiten unmöglich. Ein neuer PC muss her, Michael kann den Fehler nicht ausmerzen. (Allerdings stellt sich inzwischen raus, dass sich dieses Abstürzen offenbar hauptsächlich auf dieses eine Dokument bezog, weiß der Himmel warum). Gerade kam die Rechnung für die neuen Wasserhähne: 792€! Heute fehlte der Kalender; ein Fiasko. Ich von der Rolle, Angst, nichts im Griff zu haben, habe dazu meine Anapher geschrieben, jede Zeile mit „Es ist, als ob“ angefangen. Nächste Woche – wann bloß? – Termin wegen evtl OP in der LMU. Ich will ihn absagen. Nach langer Zeit ist es besser, wenn auch nicht gut, und wer weiß, ob eine OP nicht alles noch schlimmer macht. Ich kann nirgendwo damit rechnen, dass sich jemand über Röntgen – und MRT-Bilder hinaus wirklich mit meinen Füßen beschäftigt – die Zeiten sind vorbei. Kalender wieder da – juchuh, er war unter der Bettdecke, unter die ich schon dreimal geschaut habe. – Absage bei der LMU gescheitert, niemand ging hin den ganzen Nachmittag lang. – Ich kann nichts anfangen. Bin so müde. Lege mich hin, lese eine halbe Seite, schlafe ein. Fühle mich nicht wohl in meiner Haut. Tag der Deutschen Einheit – ein Versagensgefühl. Immer noch lacht und erhebt sich manch einer über die Ossis. Das kommt uns teuer zu stehen. – Seit Mittwoch bin ich Fußballfan und verfolge, was Klopp macht, wie er mit seinen „Kindern“ umgeht. Hoffentlich gibt es nicht gleich eine Schlammschlacht, weil er sie „anfasst“. Vermutlich nicht, es sind ja „nur“ Jungs. Um die schert sich heute kein Mensch. Jetzt sind die Frauen dran. Wer möchte noch als Junge geboren werden? Seit ich gelesen habe, Klopp ist mit einer Sozialpädagogin verheiratet, die beim Kennenlernen in einer Bar nichtmal wusste, wen sie vor sich hat und mit der er nach drei Tagen zusammengezogen ist, hat er bei mir einen Stein im Brett.
Gerade mit Beate ausgiebig telefoniert. Jetzt geht’s wieder in die Heia. Schlimm von Obdachlosigkeit geträumt heute Nacht. Wir mussten raus und wussten nicht wohin. Das hängt nach. – Ich lese „Herzfaden“ von Thomas Hettche über das Augsburger Marionettentheater. Angeregt durch seine Lesung (aus anderen Werken) in Hückeswagen und durch Susa.
Ich find es zum kaputt Lachen, dass du jetzt Fußballfan bist. Klopp finde ich allerdings auch gut. Nur sollte er den Zahnarzt, der ihm die neuen Zähne gemacht hat verklagen. Die Erkältung, die sich die Leute reihenweise im Zug holen, ist nervig und dauert leider auch seine Zeit. Geduld braucht es. Schön, die Morgenimpulse mit Susa und vielleicht kommst du ja noch um einen neuen Laptop drumrum.
Klopp scheint mit seinen Zähnen zufrieden und nennt sie „Verschönerung“, wofür er nach USA gefahren ist. Ich finde sie sehen aus wie ein Totengebiss.